Kooperationsforum

Drug Development

Strategien – Technologien – Therapien

Statements Pressegespräch

Auf dem Weg zur schnelleren und effizienteren Therapie

  • Neue Technologien, Wirkstoffe und Diagnostika
  • Krebs und Infektionserkrankungen im Mittelpunkt
  • Kooperationsforum mit 180 Experten aus sieben Ländern in Würzburg

Nürnberg/Würzburg, 03.12.2009 – Patienten können auf neue Therapien durch Fortschritte in der Arzneimittelentwicklung hoffen. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 27 neue Wirkstoffe zugelassen; u. a. für die Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Infektionskrankheiten – Indikationsgebiete, die auch in Zukunft im Mittelpunkt der Pharmaforschung stehen werden.
So sind etwa therapeutische Antikörper hochspezifisch und werden unter anderem bei der gezielten Behandlung bestimmter Krebsarten eingesetzt. Durch den integrativen Ansatz von molekularer Medizin und Gendiagnostik sind weitere Fortschritte in Richtung einer personalisierten Medizin möglich geworden. Das wachsende Verständnis molekularer Zusammenhänge von Krankheiten liefert neue pharmakologische Angriffspunkte für innovative, hochspezifische Arzneimittel – sowohl auf Basis biologisch, als auch chemisch hergestellter Wirkstoffe.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung bietet Chancen, komplexe Krankheiten noch gezielter zu bekämpfen, bisher nicht behandelbare Erkrankungen zu adressieren sowie Patientengruppen entsprechend ihrer genetischen Disposition zu identifizieren, die auf die jeweiligen Wirkstoffe ansprechen.
Die Entwicklung eines neuen Medikamentes einschließlich klinischer Testung dauert derzeit 10 bis 15 Jahre – und sie ist kostspielig. Arbeiten verschiedene Akteure aus Wissenschaft, Industrie und Kliniken frühzeitig und intensiv zusammen, lässt sich die Effizienz in diesem Prozess steigern. Pharmafirmen kooperieren vermehrt bereits in frühen Phasen der Arzneimittelentwicklung mit Biotech-Unternehmen und akademischen Instituten. Voraussetzung für die schnelle Umsetzung neuester Forschungserkenntnisse ist die frühzeitige Zusammenarbeit mit der klinischer Entwicklung, die sogenannte translationale Medizin.


Inhalte des Kooperationsforums

Die Bayern Innovativ GmbH als Koordinator des Netzwerks „Life Science“ konzipiert und organisiert zu diesem Thema das 4. Kooperationsforum "Drug Development" gemeinsam mit der Universität Würzburg, insbesondere dem Rudolf-Virchow-Zentrum, sowie weiteren Lehrstühlen. Das Forum erfährt zudem eine Förderung durch die EU über die aktive Einbindung des Enterprise Europe Network. Damit eröffnen sich neue Chancen für einen transnationalen Wissenstransfer. Als Sponsor und strategischer Partner wurde Roche gewonnen.

Im Mittelpunkt des Forums stehen Strategien der Arzneimittelentwicklung, neue therapeutische Technologieplattformen sowie Konzepte translationaler Medizin, ausgerichtet auf Onkologie und Infektionskrankheiten.

Mit Hilfe molekularer Marker können in der Krebstherapie die Patienten frühzeitig ausgewählt werden, die von einer Behandlung mit neuen und hochspezifischen Wirkstoffen profitieren. Diese sogenannte Stratifizierung von Patienten kann zudem Kosten der klinischen Entwicklung reduzieren. Dr. Andreas Kovar, Merck KGaA, wird über Ansätze der stratifizierten Medizin berichten. Grundlage für eine personalisierte Medizin schafft die molekulare Diagnostik; sie analysiert genomische und proteomische Charakteristika und Interaktionen innerhalb der Zelle und ist damit das Bindeglied zwischen Gen und Wirkstoff. Strategien hierzu stellt Dr. Thorsten Gutjahr von F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, Schweiz vor.

Für neue Therapieansätze gewinnen RNA-basierte Technologien an Bedeutung. RNA-Moleküle können sowohl krankheitscharakteristische Angriffspunkte, sogenannte Targets, als auch Wirkstoffe sein. MicroRNA übernehmen vielseitige regulatorische Funktionen, können jedoch bei Krankheitsentstehung beteiligt sein. Die weltweit erste klinische Studie zur Inhibierung von microRNA mittels eines Small Molecules zur Behandlung von Hepatitis C-Infektionen wurde von der Santaris Pharma, Dänemark, erfolgreich durchgeführt; die Ergebnisse stellt Dr. Henrik Ørum vor. RNA-Moleküle als Wirkstoffkandidaten in der Krebsimmuntherapie präsentiert zudem Dr. Dr. Carole Bourquin vom Klinikum der Universität München.

Die erfolgreiche Medikamentenentwicklung wird durch ein Public-Private-Partnership-Modell zwischen der Europäischen Kommission und der Europäischen Pharmazeutischen Industrie unterstützt. Die 2007 gegründete Innovative Medicines Initiative (IMI) führt ansonsten konkurrierende Pharmaunternehmen mit wissenschaftlichen Institutionen zusammen, um F&E-Anstrengungen zu optimieren und zu beschleunigen. Ein Gesamtbudget von zwei Milliarden Euro steht für Projekte bis 2017 zur Verfügung. Ziel sind innovative Arzneimittel, die dem Patienten schnell zugänglich sind. Prof. Michel Goldman, Executive Director der IMI, stellt die Initiative und ihre Forschungsschwerpunkte wie Krebs, Entzündungs- und Infektionskrankheiten in einer Keynote vor.

Strukturen für translationale Forschung in der Onkologie wird Prof. Dr. Ralf Bargou vom Universitätsklinikum Würzburg präsentieren. Maßgeblich war hier die Einführung einer Phase-I-Unit im September 2007. Diese hoch spezialisierte Therapieeinheit ermöglicht die schnelle Umsetzung neuester Forschungserkenntnisse in die klinische Anwendung an Patienten. Ein Erfolgsbeispiel dieser präklinischen und klinischen Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie ist die Entwicklung eines Wirkstoffes für die Tumorbehandlung. Das Projekt stellt Dr. Jensen vom Novartis Institute for Biomedical Research in Basel vor.


Daten und Fakten zum Kooperationsforum

Mit rund 180 Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Dänemark, Italien, Tschechien und den USA bietet das internationale Forum Kontaktmöglichkeiten zu Pharma, Biotech und Wissenschaft, darunter Unternehmen und Forschungseinrich-tungen wie Aeterna Zentaris, Amgen, AURIGON Life Science, Biomet, Boehringer Ingelheim, Daiichi Sankyo, verschieden Fraunhofer-Institute, GE Healthcare, Genelux, Intana Bioscience, Invitrogen, Merck, Morphosys, Oncolead, Ratiopharm, Rentschler Biotechnologie, Roche, SGS Lifescience, Thermo Fisher, TransMIT und die Universitäten Erlangen, München, Regensburg und Würzburg.
In der begleitenden Fachausstellung stellen 27 Firmen und Institute ihre innovativen Produkte, Technologien und Dienstleistungen der Wirkstoffentwicklung und -forschung, der präklinischen und klinischen Entwicklung, sowie aus Diagnostik und Analytik vor.

Am Vortag hatten Teilnehmer des Kooperationsforums die Möglichkeit, das Rudolf-Virchow-Zentrum zu besichtigen. Arbeitsgebiete dort sind Strukturbiologie, Bio-Imaging und Forschungstätigkeiten im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Des Weiteren fand am 2. Dezember 2009 eine Podiumsdiskussion zum Thema „Hightech-Standort Deutschland – Perspektiven für den Marktzugang innovativer Arzneimittel“ statt. Experten aus Wissenschaft und Politik sowie der Pharma- und Biotech-Industrie erörterten die Thematik „Marktzugang innovativer Arzneimittel“ vor dem Hintergrund begrenzter Budgets im Gesundheitswesen.

Pressestatement Prof. Dr. Nassauer Pressestatement Prof. Dr. Nassauer
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