Symposium

Polymere im Automobilbau

Textil - Kunststoff - Faserverbund

Statements Pressegespräch

Kunststoffe im Automobilbau

Pressestatement von Prof. Dr. Volker Warzelhan, BASF AG, anlässlich des Symposiums „Polymere im Automobilbau“ am 22. November 2006  in München.


Kunststoffe leisten entscheidende Beiträge, um das Gewicht des Autos zu senken, Kosten zu sparen sowie Sicherheit und Komfort zu erhöhen. Der heutige Kunststoffanteil im Auto von ca. 15 %, wird daher in den nächsten 5 – 10 Jahren auf bis zu 20 % wachsen.

Die BASF bietet innovative Lösungen für die wichtigen Mega-Trends in der Automobilindustrie, wie flexible Produktion, Komfort, Oberfläche und Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit. In meinem Beitrag, hier auf dem Symposium von Bayern Innovativ, habe ich Ihnen einige ausgewählte Beispiele gezeigt.

Die BASF tätigt ca. 10 % Ihres Umsatzes mit der Automobilindustrie. Damit ist  die Automobilindustrie eines der wichtigsten Kundenbranchen für unser Unternehmen. Um die breite Expertise der BASF, die von Kühlerschutzmittel über Autolacke bis hin zu Ansaugkrümmern aus Polyamid reicht, zum Nutzen unserer Kunden noch besser einsetzen zu können, hat die BASF ein sogenanntes Global Automotive Steering Committee gegründet. In diesem Gremium werden alle Aktivitäten der BASF in Richtung Automobilindustrie koordiniert. Dies ist insbesondere wichtig, da BASF traditionell in Geschäftseinheiten, wie Polyurethane oder Coatings, organisiert ist. In diesem Gremium ist Forschung und Entwicklung durch meine Person repräsentiert. Diese Vorgehensweise ermöglicht es, unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen aus der gesamten BASF-Kompetenz anzubieten.

Rohstoffhersteller und Automobilindustrie haben in den letzten Jahren erkannt, dass wir in der Umsetzung unserer Innovationen noch schneller werden müssen. Hat BASF in der Vergangenheit Produkte erst zur Herstellungsreife entwickelt, bevor sie sie Ihren Kunden vorgestellt hat, so bieten wir heute an, viel früher in dem Entwicklungszyklus mit Kunden zusammenzuarbeiten. Aus diesem Grund diskutieren wir mit der Automobilindustrie unsere sogenannte Innovationspipeline, so wie ich sie heute auch teilweise vorgestellt habe, also Entwicklungen, die sich zum Teil noch im Labor- oder Pilotmaßstab befinden können. Bei Interesse der Kunden kann die Entwicklung in Kooperation oder von BASF auch alleine weiter vorangetrieben und den Kundenbedürfnissen rascher angepasst werden.

Auch veranstalten wir zusammen mit unseren Kunden Workshops, um neue Trends frühzeitig zu erkennen und  Entwicklungen gemeinsam schneller voranzutreiben.

Derzeit erleben wir einen faszinierenden Innovationsschub durch die Anwendung der Nanotechnologie, mit deren Hilfe plötzlich Lacke kratzfester, Thermoplaste besser fließfähig werden oder effizientere Isolationsschäume oder Speichermaterialien für Wasserstoff entwickelt werden können. Auch sehen wir ein großes Potenzial in Kunststoffmetallverbunden, die in Kombination mit verbesserten Simulationstechnologien hocheffiziente Crashelemente und optimierte Karosseriestrukturen ermöglichen.

Steigende Ölpreise lenken das Interesse derzeit auf Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe, weil diese unabhängiger von Preisschwankungen petrochemischer Produkte sind. Wir stellen uns dieser Herausforderung. Schon heute sind einige nachwachsende Rohstoffe für biobasierte Kunststoffe billiger als Rohöl. Es liegt jedoch noch ein weiter Weg vor uns zur Entwicklung kostengünstiger Verfahren und zum Erreichen der Economy of Scale, um mit den etablierten Werkstoffen konkurrieren zu können.
Gleichzeitig sollte man bedenken, dass z. B. in der Bundesrepublik Deutschland 30 % des Erdöls den Weg durch den Schornstein und 50 % durch den Auspuff nimmt. Nur 7 % werden zur Herstellung von Kunststoffen eingesetzt. Das heißt durch leichtere Autos und bessere Wärmedämmung kann wesentlich mehr Erdöl eingespart werden, und hier leistet die Chemie entscheidende Beiträge.

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