Kooperationsforum

Nachwachsende Rohstoffe -

Potenzial für Energie und Chemie

Bericht

Industrielle Biotechnologie wächst weiter

• Biogene Rohstoffe für Energie und Chemie
• Innovationen bei Produkten und Prozessen
• Erstes Kooperationsforum bei Degussa in Trostberg

Industrielle oder Weiße Biotechnologie ist der Schlüssel zur erfolgreichen Entwicklung neuer Prozesse und Produkte in der Chemie. Deutschland ist dabei weltweit Technologieführer.

Bereits heute setzt die Chemische Industrie 12 % biogene Rohstoffe ein und erzeugt mit Hilfe biotechnologischer Verfahren zum Beispiel Aminosäuren, Vitamine und Biopolymere. Durch weitere Innovationen könnten bis 2010 nahezu 20 % solcher Produkte über biotechnologische Verfahren hergestellt werden. Auch die Herstellung von Biokraftstoffen wird weiter steigen; bis 2015 wird eine Zunahme von heute etwa 4% auf knapp 20 % prognostiziert.

Dies waren wesentliche Ergebnisse des Kooperationsforums „Nachwachsende Rohstoffe – Potenzial für Energie und Chemie“, das am 25. Oktober 2006 in Trostberg stattfand. Es wurde federführend von der Bayern Innovativ GmbH im Rahmen des Netzwerkes „Life Science Bavaria“ und des „Bayerischen Energie-Forums“ konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Straubing sowie der AlzChem GmbH, einem Unternehmen der Degussa AG, durchgeführt.

Neu entwickelte Verfahren zur Produktion von Bioethanol und Biodiesel sowie aktuelle Forschungsergebnisse eröffnen Potenziale für den erweiterten Einsatz von Biokraftstoffen. Erfolg versprechend ist der Ansatz der „gesteuerten Evolution“, bei dem mittels gentechnisch veränderter Hefen lignozellulosehaltige Rohstoffe (Stroh, Holz, organische Abfälle) genutzt werden können. Bei der Herstellung von Biokraftstoffen fallen zudem Nebenprodukte wie Glycerin an, die wiederum als günstige Ausgangssubstanz in der chemischen Industrie dienen.

Biotechnologie ist damit – ergänzend zu den klassischen Methoden – zur elementaren Technologieplattform geworden. Ziel ist eine signifikante Einsparung petrochemischer Rohstoffe. Die intensivere Nutzung biogener Rohstoffe setzt entsprechende Anbauflächen und Know-how in der Pflanzenzucht voraus. Deutschland ist in der Pflanzenzucht führend; weite Anbauflächen sind in der Europäischen Union, insbesondere in Osteuropa, gegeben.

170 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet, Österreich und den Niederlanden waren auf dem Forum vertreten: Unternehmen wie Bayer Material Science, BRAIN, Degussa, DBD Deutsche Biodiesel, Deutsche BP, Henkel, Linde, Rehau, Süd-Chemie, Südzucker, Wacker-Chemie, aber auch die Universitäten Berlin, Erlangen-Nürnberg,  Regensburg und die TU München, die Fachhochschulen Regensburg, Rosenheim, Weihenstephan, mehrere Fraunhofer-Institute sowie die GSF (Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit) und das Forschungszentrum
Jülich.

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