Kooperationsforum

Drug Development Academia-Biotech-Pharma

Arzneimittelentwicklung der Zukunft

Die Pharma-Industrie ist eine der bedeutendsten Branchen weltweit mit einem Umsatz von 542 Milliarden US $. Sie steht aktuell vor großen Herausforderungen: In den nächsten Jahren laufen wesentliche Patente für umsatzstarke Medikamente aus, der Konkurrenzdruck durch Generika nimmt kontinuierlich zu.
Insbesondere die Entwicklung hochspezifischer biopharmazeutischer Medikamente gewinnt an Bedeutung und bietet Chancen auf Innovation und Wachstum. So wurden in den vergangenen Jahren beträchtliche Erfolge erzielt, zum Beispiel bei der Therapie verschiedener Krebsarten oder rheumatoider Arthritis. Inzwischen werden bereits über 100 der in Deutschland zugelassenen Medikamente gentechnisch hergestellt.

Aktuell wird in Deutschland sowohl in Forschung als auch in die Produktion investiert. So erweitert beispielsweise Roche am Standort Penzberg für etwa 400 Mio. Euro seine Produktionsanlagen für Biopharmazeutika, wie etwa Herceptin gegen spezielle Brustkrebsarten. Weitere Investitionen tätigen u. a. Boehringer Ingelheim in Biberach, Sanofi-Aventis am Standort Frankfurt und Bayer in Leverkusen.
Die Entwicklung neuer Medikamente dauert heute in der Regel zehn bis zwölf Jahre und kostet im Durchschnitt 800 Mio. US $.
Deshalb arbeiten die Pharma-Unternehmen verstärkt mit Biotech-Firmen und Forschungseinrichtungen zusammen. Mittlerweile werden rund 25 % der gesamten Forschungsbudgets der Pharma-Industrie in Kooperationen investiert.

Weitere Potenziale der Zusammenarbeit von Pharma-Industrie mit Biotech-Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen waren zentrales Thema des Kooperationsforums „Drug Development“ am 24. November 2005 in Würzburg, das die Bayern Innovativ in Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg, dem Rudolf-Virchow-Zentrum und BioMedTec Franken e.V. durchführte. Der Schwerpunkt lag auf der Entwicklung neuer spezifischer Wirkstoffe gegen Krebs und Herz-/Kreislauferkrankungen.
Vertreter führender Pharma-Unternehmen wie Roche, Sanofi-Aventis und Bayer sowie von Biotech-Firmen und der Wissenschaft präsentierten ihre individuellen Kooperationsstrategien bei der Arzneimittelentwicklung.

Professor Strein von Roche Diagnostics in Penzberg stellte die Bedeutung der Zusammenarbeit verschiedener Roche-Forschungszentren mit externen Biotech-Partnern am Beispiel der globalen „Roche Therapeutic Protein Initiative“ heraus. Er betonte zugleich die Rolle der Grundlagenforschung an Universitäten in der Aufklärung molekularer Prozesse der Krankheitsentwicklung und damit bei der Bereitstellung neuer, gut validierter Targets für die Arzneimittelforschung.
Professor Stadler von Artemis Pharmaceuticals in Köln beschrieb die Rolle von Biotech-Firmen als Brücke zwischen Universität und Pharma und somit als wichtigen Partner bei der Umsetzung zukünftiger Innovationen. Artemis hat eine Reihe von Kooperationsnetzwerken etabliert um sich als Technologiepartner für die Arzneimittelentwicklung zu positionieren, u. a. in Bereichen wie der Funktionsanalyse von Genen oder bei pharmakokinetischen Projekten.
Universitäten entwickeln ebenfalls neue Strategien zur effizienten Zusammenarbeit im Bereich der Pharma-Entwicklung. Im Rahmen des Forums stellten sich Zentren für die funktionsübergreifende Zusammenarbeit sowie für die interdisziplinäre klinische Entwicklung vor, wie das ZAFES an der Universität Frankfurt oder das Konzept für eine „Clinical Trial Unit“ an der Universität Würzburg.

Rund 120 exponierte Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen an diesem Forum teil. Die Pharma-Industrie war vertreten durch Altana, Bayer, Boehringer Ingelheim, GSK, Sanofi-Aventis und Roche, die Biotech-Industrie z.B. durch Epidauros, Ingenium, Nanion, ProCorde und Vasopharm, die Wissenschaft u. a. durch Institute der Universitäten Aachen, Göttingen, Karlsruhe, München und Regensburg.

Damit ist es gelungen, Vertreter aus allen Stufen der Wertschöpfung auf einem Kooperationsforum zusammenzuführen, die bereits erste gemeinsame Projekte  während des Forums vereinbarten. Dieses zielgerichtete Zusammenführung ist Ergebnis der langjährigen Projektaktivitäten der Bayern Innovativ im Rahmen des Innovationsnetzwerkes „Life Science Bavaria“.

 

Anprechpartner für Pressefragen
Dr. Petra Blumenroth
Tel. 0911-20671-116

Fachliche Ansprechpartner
Dr. Kerry Tzu-Hui Nip Tel. 0911-20671-147
Dr. Matthias Konrad Tel.: 0911-20671-148 

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