
Prof. Dr. Martin Ungerer, CMO/CTO, Corimmunn GmbH, Martinsried
Herzerkrankungen stellen die häufigste Todesursache dar (ca. 40% der Todesfälle in den Industrieländern). Das Gründerteam von Corimmun erforscht immunologische Mechanismen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und hat dazu neue Technologien zur schnelleren und zielgerichteten Erforschung dieser Erkrankungen aufgebaut. So hat das Team bereits mehrere neuartige Wirkstoffe identifiziert, die jetzt weiter entwickelt werden sollen. Zwei peptidische Wirkstoffe zur Behandlung des chronischen Herzversagens wurden bereits in umfangreichen Versuchen überprüft, und wurden dann per Lizenzvertrag aus der Arbeitsgruppe von PD Dr. Jahns und Prof. M. Lohse von der Universität Würzburg übernommen.
Corimmun entwickelt diese zyklischen Peptide zunächst für die Therapie der auto-immunen Komponente bei chronischem Herzversagen, die nach zunehmendem Konsens der Wissenschaftler erheblich zur Zerstörung des Herzmuskels bei dieser Erkrankung beiträgt. Dabei greifen körpereigene Antikörper ein wichtiges Oberflächenprotein des Herzmuskels an, den ß1-Adrenozeptor, einem wichtigen Wirkort zum Beispiel für Adrenalin. Solche Auto-Antikörper werden in bis zu 30% der Patienten mit chronischem Herzversagen festgestellt. Der Beleg für das prinzipielle Funktionieren des Therapiekonzeptes ist bereits in umfangreichen Untersuchungen an einem krankheitsnahen Modell erbracht worden. Die einmal monatliche Gabe des Peptides führte zu einer deutlichen Besserung der Erkrankung und verbesserter Überlebensrate. Deshalb ist dieser Ansatz sehr viel versprechend, um die bisher nicht ausreichenden therapeutischen Möglichkeiten bei Herzversagen noch deutlich zu verbessern. Bei Erfolg werden weitere Peptidentwicklungen auch in anderen Indikationen folgen, die auf dem gleichen Konzept basieren.
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