Kongress mit Fachausstellung

Umwelt Innovativ 2006

Reststoff zu Rohstoff

Bericht

Vom Reststoff zum Rohstoff
• Steigende Nachfrage bei Rohstoffen und Energie
• Zahlreiche Innovationen in Recycling und Verbrennung
• Fachkongress „Umwelt Innovativ” mit 270 Teilnehmern in Augsburg


Die Nachfrage nach Rohstoffen und Energie nimmt weltweit zu, vor allem durch das Wachstum in China, Indien und Osteuropa. Dies führt zu einem signifikanten Preisanstieg und einer teilweisen Verknappung der Ressourcen. Die stoffliche und energetische Verwertung wird deshalb weiter an Bedeutung zunehmen, vor allem auch durch das am 1. Juni 2005 in Kraft getretene Deponierverbot für nicht vorbehandelte Abfälle.

Der 6. Kongress „Umwelt Innovativ“ stand am 16. November 2006 in der Augsburger Kongresshalle ganz im Zeichen innovativer Abfalltechnologien unter dem Motto „Reststoff zu Rohstoff“. Früher belächelt, wird Deutschland heute um seine führende Position in Sammlung, Recycling und Verbrennung von Siedlungs- und Industrieabfällen beneidet. In Bayern haben seit 1990 die Recyclingmengen um 2,7 Millionen Tonnen zugenommen, während gleichzeitig die Müllmenge um 2,6 Millionen Tonnen reduziert wurde.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung von sekundären Rohstoffen legte Gerd Henghuber vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) aus Berlin dar. Innovationen erstrecken sich auf das Sammeln, Verwerten und Verbrennen von Reststoffen. Mit der „Gelben Tonne plus“ stellte Dr.-Ing. Michael Heyde von der Duales System Deutschland GmbH, Köln, ein Erfolg versprechendes Projekt vor. In einem Modellversuch in Leipzig können Verbraucher seit zwei Jahren über diese Tonne neben Verpackungsabfällen auch andere Haushaltsgegenstände und Elektro-Kleingeräte entsorgen. Diese zusätzliche Abfallmenge zu sortieren und zu verwerten bringt etwa 30 % Kostenvorteil im Vergleich zur Entsorgung über den Restmüll.

Recyclingtechnologien werden auch in der produzierenden Industrie immer wichtiger. Ein Beispiel ist das Bottle-to-Bottle-Recycling von PET, vorgestellt von Dr. Thomas Friedlaender, Krones AG, Neutraubling. Granulat aus gebrauchten PET-Flaschen wird direkt für die Herstellung neuer Flaschen verwendet. Technisch hochinteressant ist Recycling erster Solarzellen und Solarmodulen, um u. a. Silizium zurück zu gewinnen, erläuterte Dr. Karsten  Wambach von der Deutschen Solar AG aus Freiberg / Sachsen.

Nicht verwertbare Reststoffe werden nach Möglichkeit thermisch genutzt. Die Bedeutung der thermischen Abfallbehandlung, so Dr. Walter Michale, Abfallverwertung Augsburg, ist seit Inkrafttreten des Deponierverbots deutlich angestiegen. Dies schafft die Basis für Investitionen in weiter optimierte Anlagen sowie in notwendige erweiterte Kapazitäten.

Für Dr. Manuela Wimmer, Geschäftsführerin des Clusters Umwelttechnologie, bot der Kongress eine besondere Plattform, um den Cluster vorzustellen. Sie betonte das Interesse an einer Zusammenarbeit mit allen etablierten Institutionen und Netzwerken. Hierzu zählt auch die Bayern Innovativ GmbH, die mit ihrer in zehn Jahren aufgebauten Kompetenz und Netzwerkstruktur in der Umwelttechnologie tätig bleiben wird.

Unter den 270 Teilnehmern des Kongresses und den 27 Ausstellern der begleitenden Fachausstellung fanden sich namhafte Firmen und Institute wie Martin GmbH, PDR Recycling, Remondis, ATZ Entwicklungszentrum, MeWa Recycling, Schmack Biogas, Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung, InfraServ oder Linde Engineering. Ebenso vertreten waren Unternehmen der produzierenden Industrie wie Siemens, BASF, Lech Stahlwerke, Bosch Siemens Hausgeräte, Fujitsu Siemens Computers, Degussa oder MAN Nutzfahrzeuge.

Das Fachsymposium wurde erneut von der Bayern Innovativ GmbH als Projektträger von BAIKUM, der Bayerischen Innovations- und Kooperationsinitiative Umwelttechnologie, konzipiert und organisiert; in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Umwelt Augsburg-Schwaben KUMAS e.V. und mit Unterstützung der Staatsministerien für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie sowie für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

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