

Statement von Andreas Löffert, Geschäftsführer, ZVI Straubing-Sand, Hafen Straubing-Sand GmbH
Kooperationsforum von ZVI Straubing-Sand und Bayern Innovativ
Straubing punktet mit Biomassen-Logistik
Hafen idealer Standort für industrielle Nutzung von Nachwachsenden Rohstoffen
Der weltweit wachsende Energiehunger und der damit einhergehende Klimawandel fehlen seit geraumer Zeit auf keiner politischen Agenda. Neben den Risiken eines ungebremsten CO2 Ausstoßes rücken zunehmend auch die Chancen in den Mittelpunkt, die sich durch den Innovationsdruck zur nachhaltigen Energieversorgung ergeben. Vor dem Hintergrund der Endlichkeit fossiler Brennstoffe gewinnt daher auch die Nutzung Nachwachsender Rohstoffe in neuen Märkten zunehmend an Bedeutung.
Eine sich dynamisch entwickelnde Industrie zur energetischen und stofflichen Verwertung von Biomassen reizt Anlagenbauer gleichermaßen wie Investoren und Landwirte. Augenfällig scheinen auch die Effekte gesetzgeberischer Rahmensetzungen, insbesondere im Bereich der energetischen Verwertung von Biomasse. Allerorten entstehen neue Produktionsstätten für Biogas, Holzpellets, Pflanzenöl, Biodiesel und Ethanol. Dagegen blieben die enormen logistischen Herausforderungen, die mit dem Transport von Biomassen verbunden sind weitgehend unbeachtet. Die Optimierung der logistischen Kette zwischen Energiepflanzenanbau, Produktion und Verbringung zum Endkunden ist eine komplexe Anforderung, der sich die Transportbranche nun stellen muss.
Der Zweckverband Industriegebiet mit Donauhafen Straubing-Sand hat deshalb zusammen mit der Bayern Innovativ GmbH erstmals ein Kooperationsforum zum Thema Biomassen-Logistik organisiert, bei dem mehr als 140 Fachleute am 17.07.2007 im Straubinger Innovations- und Gründerzentrum zusammentrafen. Kein Zufall ist der Tagungsort im niederbayerischen Straubing. Mit seinem Donauhafen bietet die Gäubodenstadt nicht nur einen idealen trimodalen Logistikstandort, sondern ist zugleich auch Heimat des wissenschaftlich-technischen Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe. Die Region Straubing ist damit ein ideales Umfeld für Unternehmen, von denen sich im Hafen Straubing bereits eine signifikante Zahl angesiedelt hat und die eines verbindet: Die Nutzung von Biomassen und deren logistische Optimierung.
Die Teilnehmer des voll ausgebuchten Fachforums konnten bereits am Vormittag im Straubinger Hafen bei Exkursionen zu der größten bayerischen Ölmühle der Campa AG und des Pelletwerkes der CompacTec einen Blick in die modernen Anlagen von zwei industriellen Leitunternehmen des Straubinger Clusters Nachwachsende Rohstoffe werfen. Am Nachmittag folgte eine lebhafte Diskussion der dort aufgeworfenen Fragen im Fachforum: Wo liegen die industriellen Einsatzmöglichkeiten für Biomasse? Wie sehen die Transportketten aus? Welche Verkehrsträger kommen zum Einsatz? Gibt es ausreichend Lade- und Lagerräume? Welche Verkehrswege können noch Kapazitäten aufnehmen? Die Experten der Verkehrssysteme Wasser, Schiene und Straße zeigten naturgemäß unterschiedliche Lösungsstrategien für die Optimierung der Transportketten auf. Nur in einem waren sich die Fachleute einig: Häfen bieten ideale Standorte sowohl für die Produktionsanlagen als auch für die Logistik rund um das weite Feld der Biomassen.
Hintergrundinfo:
Straubing – Region der Nachwachsenden Rohstoffe
Mit der bereits vor Jahren begonnenen Profilierung in den Zielmärkten Logistik und Biomasse hat man in Straubing-Sand genau ins Schwarze getroffen. Der Klimawandel und der weltweit rasch steigende Energiebedarf unterstützen die bereits vorhandenen aussichtsreichen neuen Märkte zur energetischen Nutzung von Nachwachsenden Rohstoffen. Mit Wissenschaft, Forschung und Entwicklung sowie namhaften Leitunternehmen hat sich die Region Straubing-Bogen im weltweiten Wettbewerb um die Bioenergiebranche sehr gut positioniert.
Das Industrie- und Hafengebiet kann beim Thema Bioenergie alle seine Trümpfe ausspielen. Zwischen den unternehmerischen Aktivitäten im Bereich Logistik und Nachwachsende Rohstoffe gibt es sehr interessante und positive Wechselwirkungen. Wie der Begriff Biomasse impliziert, führen die unternehmerischen Aktivitäten im Bereich Bioenergie zu massenhaften Warenströmen von biologischen Ressourcen – hier kann das Güterverkehrszentrum Donauhafen Straubing-Sand seine Kompetenzen in der trimodalen Logistik von Massengütern ideal einbringen.
In Straubing-Sand haben sich mittlerweile 28 Unternehmen auf einer Gesamtfläche von über 800.000 m² angesiedelt. Von den vier Ansiedlungen im Jahr 2006 waren drei aus dem Bereich Nachwachsende Rohstoffe, darunter die Fa. Campa-Süd, die derzeit am Straubinger Südkai 60 Mio. € in Bayerns größte Ölmühle und Biodieselfabrik investiert.
Straubing-Sand ist ein trimodaler Industrie- und Logistikstandort, der im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit der Stadt Straubing, des Landkreises Straubing-Bogen und der Gemeinde Aiterhofen entwickelt wurde. Auf einer Gesamtfläche von 220 ha finden Ansiedler baureife Grundstücke mit direkter Anbindung zum jüngsten Donauhafen. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Standort durch den Betrieb eines Innovations- und Gründerzentrums sowie durch die Profilierung eines BioCampus für die stoffliche und energetische Verwertung von Biomassen.