
Heiko Schultz, Leiter AUDI Transportlogistik
Die Automobilbranche gehört seit Jahren zu erfolgreichsten Wachstumsbranchen in Bayern. Aufgrund der anhaltenden hohen Kundennachfrage konnte die Fahrzeugproduktion der Modellfamilien A3 und A4 am Standort Ingolstadt kontinuierlich auf über 500.000 Fahrzeuge im Jahr 2005 ausgebaut werden.
Die Steigerung der Fahrzeugproduktion bedeutet gleichzeitig eine Zunahme der Materiallogistik zur Versorgung der Fabriken sowie eine erhöhte Distribution der Fahrzeuge zum Kunden.
Die Logistik nimmt in dieser Branche die Rolle des Prozessgestalters und –steuerers ein.
Logistikanforderungen an die Materiallogistik
Die Materiallogistik muss sich den geänderten Rahmenbedingungen der letzten Jahre anpassen. Auch in der derzeitigen Wachstumsphase entwickelt sich der Kostendruck auf alle Prozessbeteiligten immer weiter. Es ist generell festzustellen, dass sich die Wertschöpfungsanteile vom OEM zum Lieferanten weiter verlagern. Das führt zu einer zunehmenden Komplexität in den Belieferungsnetzwerken. Alle Hersteller erweitern mit hoher Ausstattungs- und Variantenvielfalt ihre Modellpalette. Die Logistik muss die hierdurch entstehenden komplexeren Materialtransporte aufnehmen.
Logistikanforderungen an die Distributionslogistik
Die Ausrichtung der Fahrzeugdistribution folgt dem Unternehmensziel der AUDI AG: 100% Liefertreue gegenüber unseren Kunden.
Den erschwerten Rahmenbedingungen, die sich durch Maut und Energiepreise ergeben, müssen wir mit weiteren Innovationen der Transportlogistik begegnen. Dazu zählen zum Beispiel Tracking- und Tracing-Systeme sowie der Prozess des Pipeline-Tradings, der flexiblen Kundenzuordnung von bereits eingeplanten oder im Lieferprozess befindlichen Fahrzeuge.
Die Logistik im Kundenauftragsprozess
Die Anforderungen der Kunden an eine Premium-Marke sind besonders von der Einhaltung des zugesagten Liefertermins und der Flexibilität hinsichtlich der Ausstattungsumfänge geprägt.
Die Logistik muss diese Liefertreue und Änderungsflexibilität durch eine unternehmensübergreifende Steuerung gewährleisten. Jeder Audi Kunde kann sein Fahrzeug bis zu 3 Tagen vor Produktionsbeginn ändern.
Die Zielgrößen des Kundenauftragsprozesses bei Audi erfordern eine Optimierung aller Prozesse, nicht nur bei der Abwicklung der Fahrzeugaufträge sondern auch in der Planung von Material, in der Produktion und der Fahrzeugdistribution.
Damit das komplexe System reibungslos läuft, bedarf es weiterhin großer Anstrengungen sowie innovativer Strategien und Lösungen, die die Logistikexperten gemeinsam gestalten können und somit den Standort Bayern nachhaltig stärken können.
Kontaktperson:
Heiko Schultz
Leiter AUDI Transportlogistik
AUDI AG
85045 Ingolstadt
Kontakt: 0841-89 32916