10. Kooperationsforum

Industriearbeitskreis Bordnetze

27. November 2007, FIZ Forum, BMW Group, München

Bericht

AK Bordnetze – der Treff für Fahrzeugelektronik

  • Gewichtsreduzierung des Kabelbaumes im Mittelpunkt
  • Multispannungsnetze erfordern neues Energiemanagement
  • 10. Industriearbeitskreis von OEMs und Zulieferern bei BMW

Erweiterte Fahrerassistenzsysteme für noch mehr Sicherheit, die Integration neuer Komfortfunktionen sowie die Entwicklung neuer elektrischer Antriebskonzepte wie die Hybridtechnologie führen zu einem immer komplexer werdenden Bordnetz. Entwicklungstrends gehen in Richtung Energieeinsparung, die einen Beitrag zu verminderten CO2-Emissionen leisten. Technische Optionen sind Gewichtsreduktionen im Kabelbaum durch neue Materialien und Verbindungstechniken sowie verbessertes Energiemanagement bei unverändert hoher Fahrdynamik.

Einen hervorragenden Einblick in die aktuelle Bordnetzgestaltung bot der 10. Industriearbeitskreis „Bordnetze“ am 27. November 2007, turnusgemäß im FIZ-Forum der BMW Group in München. Mit einer Rekordzahl von 320 Teilnehmern und 18 Ausstellern ist er zum führenden Treffpunkt der Branche für Bordelektronik geworden. Konzipiert und organisiert wurde der Arbeitskreis im Rahmen des Cluster Automotive sowie der Netzwerke BAIKA für Automobilzulieferer und BAIKEM für Elektronik und Mikrotechnologie. Partner waren der Verband der Automobilindustrie VDA und das Institut für Kraftfahrwesen (ika) der RWTH Aachen.

Ulrich Wagner und Dr. Fathi El-Dwaik, beide Abteilungsleiter für Bordnetze, BMW Group,
zeigten Zielrichtungen aus Sicht eines Premiumherstellers auf. Alternative Leichtbaumaterialien
wie Aluminium sollen heutige Kupferkabel ersetzen, Nebenaggregate wie Kühlmittelpumpe, Servolenkung und Bremskraftverstärker sollen elektrifiziert und nur bei Bedarf eingeschaltet
werden. Das Angebot an Start-Stopp-Funktionen zur weiteren Energieeinsparung wird ausgebaut.

Herausfordernd ist die Entwicklung der Hybridantriebe, die ein Multispannungs-Bordnetz benötigen
und die Variantenvielfalt des Bordnetzes erhöhen. Der Hochvoltbereich erfordert dabei viele neue Komponenten; hier sind Hersteller-übergreifende Standards gefragt. Dies begrüßen auch die Systemlieferanten, u. a. um den Kostenzuwachs zu begrenzen, wie Uwe Hauck von Tyco Electronics betonte. Mit den angestrebten reduzierten Produktionszeiten wird wieder vermehrt eine OEM-nahe, weiter automatisierte Fertigung des Bordnetzes zur Zielvorgabe.

Dr. Frank Beuscher, Produktentwicklung Leoni Bordnetz-Systeme GmbH vertiefte die Überlegungen zur Gewichtsreduzierung des Bordnetzes: Durch Simulation und thermische
Analyse der Kabel lassen sich zusätzlich die Querschnitte verringern. Zusammen mit dem konsequenten Einsatz leichterer Materialien ließen sich bis zu 7 kg Gewicht einsparen, also ca. 10 % des heutigen Bordnetzes. Sicherheitsrelevante Systeme wie Bremsen oder Lenkung sind zunehmend elektrifiziert; das erfordert eine zuverlässige elektrische Energieversorgung. Notwendig wird eine dezentrale Versorgung mit lokalen flexiblen Zwischenpuffern. Dies ist mit Ultra-Caps oder Lithium-Ionen-Akkumulatoren realisierbar, die z. B. bei der häufigen Start-Stopp-Funktion das Flackern des Lichtes beim Anlassen vermeiden, wie Dr. Matthias Schöllmann von Hella KGaA Hueck & Co. erläuterte. X-by-Wire-Systeme im Fahrzeug werden eine stetige Erweiterung begrenzen und letztlich zu einer vollkommen neuen Architektur des Bordnetzes führen, vor allem für Mehrspannungssysteme.

Die begleitende Fachausstellung war bereits lange vor Beginn des Forums ein viel besuchter Marktplatz und spiegelte das große Interesse und die große Dynamik in der Automobilelektronik wider. Eine Fortsetzung folgt im Arbeitskreis Bordnetze 2008, dann wieder bei Audi in Ingolstadt.

 

 

 

 

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