7. Kooperationsforum

Kleben im Automobilbau 2007

24. April 2007, Nürnberger Akademie, Nürnberg

Bericht

Kleben – Verbindungstechnik im Automobil

  • Innovationen bedeutend für Mischbauweisen
  • Teilnehmerrekord bei „Kleben im Automobilbau“

Konsequentes Multi-Material-Design ist entscheidend für intelligenten Leichtbau. Dieser zielt auf hohe Stabilität bei geringem Gewicht und reduziert damit den Kraftstoffverbrauch. Durch die Entwicklung neuer Klebstoffsysteme sowie verbesserter Prozesstechnik erweitert sich das Spektrum an klebtechnischen Anwendungen – vom Dichten über Stütz- und Strukturkleben im Karosserierohbau bis zur Direkteinglasung in der Montage. Dies waren die wesentlichen
Schlussfolgerungen des Industriearbeitskreises „Kleben im Automobilbau“, der am 24. April 2007 mit einer Rekordzahl von 140 Teilnehmern zum siebten Mal in der Nürnberger Akademie stattfand.

So ist die Gesamtklebnahtlänge im Rohbau des neuen C-Klasse Modells um das 20-fache gegenüber dem Vorgängermodell gestiegen, so Eckhard Cordes, DaimlerChrysler AG. Allein die Tür des neuen SL Roadster enthält 135 g Klebstoff, was einer Nahtlänge von ca. 7,5 m entspricht. Auch im Nutzfahrzeugbau ist die Klebtechnik laut Dr. Alexander Rosner, MAN Nutzfahrzeuge AG, nicht mehr wegzudenken. So werden in der Fahrerhausfertigung am Standort München Systemträger, sämtliche Scheiben und das gesamte Dach mit elastischen Klebstoffen gefügt. Bei einer Tagesproduktion von 240 Fahrerhäusern entspricht dies einer gesamten verarbeiteten Klebnahtlänge von fast 10 km!

Und die Entwicklung geht weiter: Neue Trends in der Klebtechnik sind die Reduzierung des Wärmeeintrages mit 2-Komponenten-Klebstoffen im Rohbau, die Verwendung von isocyanatfreien
Systemen im Innenraum und das „Bonding and Debonding on Demand“. Im Zuge der zunehmenden Variantenvielfalt und Modularisierung im Automobilbau sollen zukünftig sogar ganze Fahrzeugmodule klebtechnisch miteinander verbunden werden.

Das Transferpotenzial der Klebtechnik zeigte sich wieder in der starken Präsenz von Vertretern anderer Branchen (ca. 30 %) – vom Maschinenbau, der Medizintechnik und Elektronik über die Kunststofftechnik bis hin zu Consumer Produkten und der Verpackungsindustrie. Zu den Teilnehmern zählten u. a. Repräsentanten von BASF, Brose, BMW, Edscha, Faurecia, INA Schaeffler, Kirchhoff Automotive, Lear, Modine, Peguform, Rehau, SGL Carbon Group, Takata
und Wacker Chemie sowie aus der Klebstoffherstellung und dem Anlagenbau.

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