Kooperationsforum

Drug Development

Targets-Technologies-Strategies
20. November 2007, Vogel Convention Center, Würzburg

Statements Pressegespräch

Can Science be Business?

Dr. Klaus Wilgenbus, Head Corporate Licensing Boehringer Ingelheim

Partnerschaften von Biotechnologie-Unternehmen mit größeren Arzneimittelherstellern erweisen sich zunehmend nicht nur als ein erfreuliches ‚Add-on’ zu den eigenen Forschungsanstrengungen oder Gelegenheit, eine ohnehin schon volle Pipeline noch weiter aufzufüllen. Sie sind vielmehr weltweit ein wesentlicher Innovationstreiber und somit ein kritischer Bestandteil, um das kontinuierliche Weiterbestehen bzw. das Wachstum von Forschung und Entwicklung der Pharmaindustrie zu stützen.  Daher sind solche Kooperationen auch als essentieller Bestandteil in der Unternehmensstrategie der meisten forschenden Arzneimittelhersteller verankert. Manche große Unternehmen lagern einen Großteil oder sogar die gesamte Forschung in die Biotech-Branche aus.

Weil Kooperationen mit ‚Biotechs’ häufig als sehr effizienter Weg zu neuen Arzneimitteln gelten, ist bei fast allen Pharmafirmen ein wachsender Anteil der Pipeline mit Molekülen bestückt, die aus der Biotechnologie stammen und nicht im Hause selbst entdeckt wurden.
Die Synergien liegen auf der Hand: Aufgrund der sehr hohen Kapitalaufwendungen und der enormen Ausfallraten in der pharmazeutischen Forschung & Entwicklung kann ein Biotech-Unternehmen in der Regel langfristig nicht überleben, wenn nicht infrastrukturstarke Unternehmen ab einem gewissen Zeitpunkt die Entwicklung des Moleküls in seiner gesamten Komplexität übernehmen und die damit verbundenen Kosten und Risiken tragen.
Für wirkliche Innovationen ist es das Risiko wert: Die pharmazeutische Industrie zeigt sich in den letzten Jahren zunehmend an Forschungsprojekten in frühen Stadien interessiert und investiert substantiell in diese – oft verbunden mit einem hohen unternehmerischen Risiko.
Biotech-Firmen hingegen bauen zunehmend auf Kooperationen und bestreiten einen Großteil ihrer Finanzierung auf diesem Weg.

Neben der Liquidität verschaffen sich Biotech-Unternehmen durch Kooperationen auch

  • den Zugang zu Märkten (z.B. spezialisierte Märkte auf anderen Kontinenten), den sie als kleineres Unternehmen nicht gehabt hätten, 
  • Zugang zu Expertise in der klinischen Entwicklung von Medikamenten, 
  • Überprüfung und Validierung von Technologien in großem Maßstab, und
  • gesicherte Produktionskompetenzen.

Ein Pharmaunternehmen hingegen komplettiert oft die eigene Pipeline mit innovativen Forschungsansätzen, erhält Zugang zu frühen Erkenntnissen in der Grundlagenforschung und nutzt schlussendlich bestehende Produktionskapazitäten besser aus. Wichtiger ist vielleicht noch, dass ohne solche Kooperationen vielen Forschungsansätzen niemals nachgegangen worden wäre - viele Innovationen wären nicht weiterentwickelt worden und somit niemals zum Patienten gekommen.
 
Aber auch in der Entwicklung von dringend benötigten Arzneimitteln bleibt es nicht aus, dass Kosteneffizienzmaßnahmen den Spielraum für Entwicklungsprogramme erheblich einschränken. Daher sind wirkliche Synergien zwischen Pharma und Biotechs, die sich in konstruktiven Partnerschaften ausdrücken, nicht nur äußerst hilfreich, sondern geradezu essentiell – insbesondere zur Sicherung des Pharmastandortes Deutschland.

Bei Boehringer Ingelheim sind Kooperationen mit Biotechunternehmen ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie. Konsequenterweise unterhält das weltweit zu den Top 20 der Branche zählende forschende Unternehmen derzeit über 60 Kooperationen mit Geschäftspartnern auf fünf Kontinenten – fast ausschließlich mit langfristiger Ausrichtung.

 

 

 

 

 

 
Seite bookmarken ...
Diese Veranstaltungen könnten für Sie von Interesse sein:
23.05.2012, Zentrum für Umwelt und Kultur, Benediktbeuern
Biopharmaceuticals
Kooperationsforum mit begleitender Fachausstellung
14.-17.11.2012, Messe Düsseldorf
MEDICA 2012
Gemeinschaftsstand Bayern Innovativ