Symposium mit Fachausstellung

Holz Innovativ 2007

18./19. April 2007, Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim

Bericht

Holz – ein Wachstumsmarkt

  • Werkstoff für kühne Bauten und edle Innenräume
  • Kongress mit 650 Teilnehmern aus 20 Ländern in Rosenheim
  • Eröffnungsrede durch Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber

Der Rohstoff Holz ist wertvoll wie selten zuvor, was sein derzeit ungewöhnlich hoher Marktpreis verdeutlicht. Er wird als umweltschonende Energiequelle und als viel versprechendes Ausgangsmaterial für chemische Prozesse gesehen. Vor allem aber besticht Holz als natürlicher und attraktiver Bau- und Werkstoff: für faszinierende Bauwerke, für die anmutende Gestaltung von Innenräumen, allein oder in Verwendung mit anderen Materialien, in der Einzelfertigung wie auch in der Serienproduktion. Diese Vielseitigkeit erschließt immer wieder neue Marktpotenziale. Dies zeigte eindrucksvoll der fünfte Kongress „Holz Innovativ“ in Rosenheim.

So wies Wirtschaftsminister Erwin Huber in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass die bayerische Holzwirtschaft im Jahr 2006 um 16,8 % gewachsen ist, bei einem allgemeinen Wirtschaftswachstum von 2,8 %. Das waldreiche Bayern verfügt über enorme Holzvorräte von
1 Milliarde m3. Diese bilden eine Basis für die Branche Forst und Holz mit rund 200.000
Beschäftigten und einem Umsatz von 30 Mrd. Euro.

Matti Mikkola von Stora Enso Timber aus Finnland prognostizierte auch auf internationaler Ebene eine kontinuierliche Bedarfszunahme von 1 bis 2 % pro Jahr. Wichtige Faktoren für die Erschließung neuer Marktanteile seien Standardisierung, Vorfertigung und Erhöhung der Dauerhaftigkeit von Holzbauteilen sowie neue Produkte wie z. B. Thermoholz.

Wichtig seien aber auch Markt- und Kundenanalysen, so Dagmar Fritz-Kramer, Geschäftsführende Gesellschafterin der Firma Bau-Fritz, einem traditionsreichen Familienunternehmen aus Bayern. Obwohl der Markt an Neubauten rückläufig ist, gelingt es Bau-Fritz mit kundenorientiertem Vorgehen, erfolgreich Nischensegmente zu besetzen, wie z. B. ökologisches Bauen.

Gerade im Holzsektor bietet die zielgerichtete Zusammenarbeit in der gesamten Wertschöpfungskette weitere Potenziale für höhere Effizienz und neue Anwendungen,
so Prof. Dr. Gerd Wegener von der Holzforschung der TU München und Sprecher des Clusters Forst und Holz. Zahlreiche Projekte aus Neubau und Modernisierung verdeutlichen die
Attraktivität von Holz als Baustoff. Dazu zählen das neue Abfluggebäude am Flughafen Charles de Gaulle, moderne Brückenkonstruktionen wie die Spannbandbrücke in Gera, die Passivhaussiedlung
Esslingen oder kommunale Bauten wie die Forstschule Latemar in Südtirol.

Die Wertbeständigkeit von Holz durch entsprechende Oberflächentechnologien zu sichern, ist entscheidend für den Einsatz im Außenbereich. Die chemisch-biologische Holzmodifizierung
durch den Einsatz von Pilzen als Carrier für Imprägnierungsstoffe dem sog. „Bioincising“, ist ein neuer Weg, den Dr. Klaus Richter von der EMPA (CH) in seiner Präsentation ausführte.

Ein Potenzial für neue Märkte sieht Prof. Günter Berger von der FH Salzburg in der attraktiven optischen und haptischen Wahrnehmung von Holzoberflächen und den daraus resultierenden
Alleinstellungsmerkmalen. Dies wurde eindrucksvoll von einem Rolls-Royce Mitarbeiter am Beispiel der Automobilindustrie demonstriert.

Zu einem zentralen Thema wird zunehmend die Logistik. Dies gilt für die Forstwirtschaft, den Holzbau, aber auch die Serienproduktion, z. B. in der Skiindustrie, wie die Firma Atomic eindrucksvoll vorstellte. 

In einer lebhaften Podiumsdiskussion argumentierten zehn Fachleute hinsichtlich der stofflichen bzw. energetischen Verwertung der Ressource Holz. Ungeachtet der aktuellen Nachfrage nach Energieholz steht die Verwertung als Werkstoff weiterhin im Vordergrund. Dies gilt vor allem im Hinblick auf weitere Marktpotenziale durch die Anwendung neuer Technologien.

Das Symposium wurde wiederum von der Bayern Innovativ GmbH konzipiert und organisiert,
gemeinsam mit dem Cluster Forst und Holz, der Deutschen Gesellschaft für Holzforschung, der Holzforschung der TU München, der Fachhochschule Rosenheim, der Messe München sowie
mit umfassender Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.

Zu den teilnehmenden Firmen zählten u. a. Atomic, BASF, Binder, Cadwork, Egger, Glunz, hagebau, Hamberger, haubold-kihlberg, Kaufmann Holz, Klenk, Klöpferholz, Lignatur, Michael Weinig, Moralt, Pavatex, Raab Karcher, Regnauer Fertigbau, Rettenmeier, Rolls-Royce, Rubner Haus, Schattdecor, Sema, Stora Enso, Tiger Coatings, UPM-Kymmene, Variotec, Velux oder Xella, zahlreiche Architektur- und Ingenieurbüros wie Schleburg Generalplanung und Ingenieurbüro Miebach sowie Betriebe des Holzhandwerks: Freisinger Fensterbau, Rubner Haus, Russ Holzbau oder Stefan Lechner GmbH sowie zahlreiche Vertreter der Städte und Gemeinden. Die Wissenschaft war vertreten durch Universitäten aus Kaiserslautern, Kassel, München, Stuttgart, Brno / Prag, Sopron, Gent, Innsbruck, Padua, Wien und Zagreb, den Fachhochschulen Rosenheim, Biberach, Konstanz, München und Salzburg sowie der Fraunhofer-Gesellschaft.

Viele Vorträge sowie die Podiumsdiskussion als Aufzeichnung sind verfügbar unter: www.bayern-innovativ.de/kongress-tv

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