Betrachtet man den Energieverbrauch von Anlagen, so können zwar sehr gut
die Kosten aufgrund der unterschiedlichen Energieträger wie Gas, Heizöl, Strom
ermittelt werden, jedoch wird die Aufteilung der Kosten innerhalb eines Energieträgers schwieriger. So ist z.B. bei der elektrischen Energie oftmals nur ein einziger Wirkleistungszähler vorhanden, was eine Aufteilung der Kosten, zum Beispiel
zwischen Beleuchtung und Förderanlagen nicht zulässt.
Bei der Analyse des Energieverbrauchs eines Dienstleistungszentrums (im Sommer),
ist der Energieverbrauch während der betriebsfreien Zeit durch reduzierte
Hallen- und Hofbeleuchtung, EDV und Standby- Betrieb der fördertechnischen
Anlage gekennzeichnet, der trotzdem bei ca. 10% des Maximalen Energieverbrauches
liegt.
Ausschalten oder Standby
Viele Betreiber lassen ihre fördertechnischen Einrichtungen während der betriebsfreien Zeit (nachts und am Wochenende) im Standby- Betrieb. Dies bedeutet,
die Anlage ist betriebsbereit und es sind keine zusätzlichen Handgriffe nötig,
um Aufträge vom überlagerten System auszuführen.
Jedoch ist der Energieverbrauch mehr als viermal so hoch wie im ausgeschalteten
Zustand und der Mehraufwand für den Bediener liegt im Betätigen eines
Schlüsselschalters und eines Drucktasters.
Während der Abbremsphase eines Regalbediengerätes arbeitet der Antrieb im
generatorischen Bereich und erzeugt Energie. Diese Energie steht entweder für
einen anderen Antrieb zur Verfügung (in der Regel dem Hubwerksantrieb) oder
kann zurück gespeist bzw. in Wärme umgewandelt werden.
Um den Energieverbrauch von Regalbediengeräten untereinander oder mit und
ohne Maßnahmen zur Energieeinsparung vergleichen zu können muss man gleiche
Voraussetzungen schaffen. Hierzu eignen sich hervorragend die Fahrkurven
eines Doppelspieles gemäß FEM 9.851. Bei diesem Doppelspiel wird eine Palette
ein- und eine Palette ausgelagert. Die anzufahrenden Punkte P1 und P2 sind
in der FEM- Richtlinien definiert und somit für alle gleich.
Während des FEM- Doppelspieles ist das Hubwerk der größte Energieverbraucher,
obwohl die Masse des Hubwagens inklusive Last wesentlich kleiner ist als
das Gesamtgewicht des RBG, welches der Fahrantrieb bewegen muss.
Von den möglichen Maßnahmen zur Energieeffizienz stellt die Gleichstromzwischenkreisverbindung zwischen den Umrichtern von Fahr- und Hubwerk sicherlich die preisgünstigste Variante dar.
Die größte Energieeinsparung lässt sich mit der Rückspeisung der generatorisch
erzeugten Energie erreichen, da sie anderen Anlagenteilen zur Verfügung steht
und nicht aus dem Netz aufgenommen werden muss.
Um die Wirksamkeit einer Energierückspeiseeinheit an einem RBG zu testen
nehmen wir wiederum das FEM Doppelspiel zu Hilfe, um gleiche Voraussetzungen
zu schaffen und ein aussagekräftiges Ergebnis zu erreichen.
Durch den Einsatz einer Netzrückspeiseeinrichtung, basierend auf dem vorher
beschriebenen Doppelspiel, können 49% der Fahrwerksenergie und 66% der
Hubwerksenergie zurückgespeist werden. In Summe liegt die zurückgewonnene
und somit eingesparte Energie bei ca. 59 %.
In Realität werden die Einsparwerte natürlich von den aufgeführten Prozentsätzen
abweichen, da die Beauftragungen der RBG im täglichen Geschehen von
vielen Faktoren abhängen und so gut wie nie dem FEM-Doppelspiel entsprechen.
Fazit: