Symposium mit Fachausstellung

Material Innovativ 2005

Bericht

„Material Innovativ“–
der Treffpunkt der Branche



• Innovationen von Airbus, Audi und BMW bis zur Allianz Arena
• Nanotechnologie, Polymerelektronik, Biomaterialien
• Eröffnungsrede durch Bayerns Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu

Rekordzuspruch bei „Material Innovativ“: 500 Teilnehmer, 49 Aussteller aus Forschung und Entwicklung, eine interessante Branchenkonstellation
aus Automobilbau, Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau, Medizintechnik, Elektronik
und Materialherstellern: diese Bausteine ließen das Symposium „Material Innovativ“ erneut zu einer herausragenden Technologieplattform mit branchenübergreifendem Charakter werden.

Staatsminister Dr. Otto Wiesheu hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung Neuer Materialien als Innovationstreiber in den verschiedenen  Branchen und Technologien hervor und unterstrich die Vorreiterrolle von „Material Innovativ“
als Keimzelle für eine zukünftig noch engere Zusammenarbeit von Wirtschaft und Forschung. „Material Innovativ’ macht die zentralen Funktionen Neuer Materialien in idealer Weise sichtbar“, so der Wirtschaftsminister.

Mit Bezug zum 10-jährigen Bestehen der Bayern Innovativ wurde das Symposium am 10. März 2005 im Congress Centrum der Messe Nürnberg ausgerichtet. Konzeption und inhaltliche Gestaltung lagen bei der Bayern Innovativ in  Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum eue Materialien Nordbayern
und mit umfassender Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für
Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.

Über 20 Referenten aus der Industrie, aus den materialwissenschaftlichen Zentren Bayerns und dem Bundesgebiet berichteten über
Materialinnovationen im Leichtbau, zukunftsweisende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten – gerade für die Elektronik – sowie Anwendungspotenziale neuartiger Materialien am Beispiel verschiedener Werkstoffgruppen.

Bereits im Plenum wurde dieser Bogen  gespannt: Material Engineering im
Leichtbau für das Automobil, vorgestellt von Dr. Anton Stich (AUDI AG),
und Dr. Christian Landerl (BMW Group); Space Frame Konstruktionen
für die Karosserie, neue Aluminium-Magnesium-Verbindungen zur Gewichtsreduzierung  im Motorenbau, Nanotechnologie oder Lichtbogenspritzen
für Oberflächentechnik oder Löt-Schweißen als neue Möglichkeit zur
Verbindung von Aluminium mit Stahl in Mischbauweisen. Die Kombination von
Materialkompetenz und Sondermaschinenbau ist eine exzellente Basis für die
Gründung innovativer Unternehmen, wie Horst Linn als Unternehmer und
Business Angel eindrucksvoll präsentierte.

Materialentwicklungen von morgen konzentrieren sich u.a. auf Elektronik
und Energietechnologie, so Prof. Dr. Michaelis, Leiter des Fraunhofer IKTS,
Dresden. Beispiele sind Kunststoff-Halbleiter für die Mikroelektronik oder
als neue Lichtquellen (OLEDs) sowie LTCC-Keramiken für die Anwendung in
der Brennstoffzellenindustrie. Die organische Elektronik und ihr Potenzial für
neue Märkte sind derzeit Anlass für vielfältige Aktivitäten in Forschung und
Entwicklung. Die Flexibilität leitfähiger Polymere, ihr niedriges Gewicht, die
Kompatibilität mit anderen Materialien sowie Prozesstechniken zur Schaffung
großflächiger Bauelemente lassen zahlreiche neue Anwendungen in verschiedenen
Branchen erwarten – von tragbarer Elektronik und Sensoren über
Smart Cards oder elektronisches Papier bis zu flexiblen Displays.

Einen faszinierenden Einblick in die Welt der rekonstruktiven Chirurgie mit
Custom-Implantaten aus Carbonfaser-Verbundwerkstoff gab Prof. Dr. Zeilhofer,
Leiter des High-Tech-Forschungszentrums,  Klinikum rechts der Isar,
München. Fortschritte in der Anwendung  moderner Kommunikations- und
Simulationstechniken wie der modellbasierten  Knochenrekonstruktion, dem
medizinischen Rapid Protoyping auf der Basis holografischer Daten sowie
der OP-Simulation in Virtual-Reality-Umgebung sind hierbei von wesentlicher
Bedeutung, damit das Potenzial Neuer Materialien und Technologien in
der Chirurgie ausgeschöpft werden kann.

Simulationstechniken spielen in der gesamten Materialentwicklung eine
bedeutende Rolle, wenn es darum geht, Eigenschaften neuer Werkstoff-kombinationen sowie Belastungsverhalten von Bauteilen schon in einem
frühen Stadium vorherzusagen. So führt z.B. der verstärkte Einsatz von
Kohlefaser-Verbundwerkstoffen zu völlig neuen Bauweisen im Flugzeugbau,
wie Dr. Michael Kupke von Airbus erläuterte. Numerische Simulationstechniken
bilden hierbei laut Prof. Dr. Horst Wölfel, TU Darmstadt, unerlässliche
Werkzeuge im Produkt-Entstehungsprozess, die Entwicklungszeit und -kosten sparen.

Neue Materialien und Prozesse zur Ver- und Bearbeitung seitens der Herstellerbranchen eben auf der anderen Seite immer wieder neue Impulse für Innovationen über Branchengrenzen hinweg. Beispiele sind Kunststoffmembranen für Luftkissenkonstruktionen für neuartige Architektur wie etwa die Allianz-Arena
in München, nanostrukturierter Polymerschaum zur thermischen Isolation
(BASF) oder integrale Magnesiumschäume für den Leichtbau (Universität
Erlangen-Nürnberg). Textile, polymere Präzisionsgewebe (Sefar) lassen sich
zum Trennen, Beschichten, Dosieren und Modifizieren einsetzen, sei es als
Kardiotomie-Filter in der Medizin, für die Geräuschdämmung in Flugzeug-triebwerken, als Sicherheitsfilter im Automobil, zum Beschichten von Leiterplatten mit Siebdruck oder als Anti-Reflexionsschichten für mehr Brillanz in
Plasmabildschirmen.

„Material Innovativ“ ist für uns die mit Abstand wichtigste Plattform des Jahres
geworden“, so ein Aussteller. Nirgendwo sonst würde sich diese einzigartige
Mischung aus Forschern, Materialentwicklern und -anwendern zusammenfinden,
um Informationen auszutauschen und vor allem um neue Kooperationspartner
zu finden.

Zu den teilnehmenden Firmen zählten u.a. Bitter, Brose, Carl Zeiss, CeramTec,
Denso, EADS, EDAG, Electrolux, Faurecia, Frenzelit, INA-Schaeffler, Knorr
Bremse, Kunert, Leoni, MAN, Merck,MTU, Mühlbauer, Porsche, Schott,
Schunk, Schwan-Stabilo, SGL, Siemens, edical Solutions, Solvay Pharmaceuticals,
Steyr Motors, TAG, Tejin, Thyssen-Krupp, Veritas, Volkswagen, ZF Sachs.

Die Forschung war vertreten durch zahlreiche Universitäten, Fraunhofer-
Institute, die EMPA aus der Schweiz, das GKSS-Forschungszentrum sowie die
Forschungszentren Jülich und Karlsruhe. 

Die Mehrzahl der Vorträge wurde aufgezeichnet und ist unter www.bayern-innovativ.de/kongress-tv verfügbar.

Ansprechpartner:
-->
Dr.-Ing. Kord Pannkoke
--> Dipl.-Ing. Gabriel von Lengyel-Konopi
--> Prof. Dr. Josef Nassauer

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