

TRION Pharma wurde 1998 als Spin-off des Helmholtz Zentrums München gegründet. Ziel des Unternehmens war die Entwicklung einer neuen Klasse trifunktionaler Antikörper, die über drei verschiedene Bindungsstellen eine Krebszelle mit zwei unterschiedlichen Typen von Abwehrzellen verbinden kann. Überzeugende Daten einer Phase III Studie belegen, dass Krebspatienten von einer Behandlung mit diesen Antikörpern deutlich profitieren – bei einer Dosierung die im Vergleich zu traditionellen therapeutischen Antikörpern um den Faktor 1.000 geringer ist. Die Analyse immunologischer Marker (in vitro und in vivo) weist darauf hin, dass trifunktionale Antikörper das Immunsystem in vollem Umfang und gezielt gegen Krebs aktivieren und prinzipiell auch eine langfristige Immunität gegen Krebs auslösen können.
Removab® (Catumaxomab) wurde im April 2009 als erster Vertreter der Triomab® - Familie in Europa zugelassen. Es ist nicht nur das erste zugelassene Medikament zur Behandlung von malignem Aszites (Bauchwassersucht), sondern auch der erste bispezifische, trifunktionale Antikörper weltweit am Markt. Removab® wird von TRIONs Entwicklungspartner Fresenius Biotech vertrieben. Die Verantwortung für die Produktion liegt bei TRION und erfolgt an TRIONs Münchner Standort. TRION beschäftigt rund 120 Mitarbeiter.
Anhand dessen lassen sich einige Aspekte aufzeigen, die über TRION hinaus bedeutsam sind:
Innovation made in Germany ist möglich
In Deutschland wird hervorragende Grundlagenforschung betrieben, die in hoch innovative biopharmazeutische Produkte umgesetzt werden kann. Durch die Zulassung ist Removab® der erste therapeutische Antikörper am Markt, der in Deutschland erfunden, entwickelt und hergestellt wurde. Der Transfer von der öffentlichen Forschung in die Industrie ist ohne Risikokapital im Rahmen einer deutsch-deutschen Partnerschaft (TRION / Fresenius) gelungen. Für den Erfolg einer solchen Kooperation ist es unserer Ansicht nach entscheidend, dass der Innovationspartner mit seinem „Gründungsspirit“ in seiner Selbständigkeit erhalten bleibt.
Innovative Biopharmazeutika lassen sich in überschaubarem Maßstab produzieren
Innovative Produkte können nicht nur in der Therapie, sondern auch in der Produktion neue Standards setzen. Aufgrund des besonderen Wirkmechanismus reichen minimale Dosierungen des trifunktionalen Antikörpers, um Krebszellen effektiv zu zerstören. TRION ist deshalb in der Lage, die Marktversorgung mit den bestehenden, internen Produktionskapazitäten zu decken. Das Unter-nehmen betreibt derzeit zwei GMP-Produktionsanlagen an seinem Münchner Standort.
Biopharmazeutische Produktion ist nicht trivial und wesentlicher Anteil des Firmenwertes
Produktqualität und –eigenschaften werden bei Biopharmazeutika in besonderem Maß vom Produk-tionsprozess bestimmt. Die Entwicklung geeigneter Produktionsverfahren stellt daher hohe Ansprüche an das spezifische Prozess-Know-How. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, die Markt-position des Unternehmens zum einen durch Patentierung von Produktionsaspekten zu festigen und zum anderen auch über die Laufzeit der produktbezogenen Patente hinaus zu erhalten.