Am 30. Mai 2012 haben die vier großen deutschen Netzbetreiber in Berlin gemeinsam ihre Skizze für die künftige Stromversorgung in Deutschlands vorgestellt. Vier große Korridore mit einer Gesamtlänge von 2100 Kilometern sind vorgesehen, um Windenergie von Norddeutschland in den Süden zu transportieren. Insgesamt zehn Gigawatt Strom sollen Hightech-Kabel als effiziente Gleichstrom-Leitungen liefern. Zusätzlich werden 1 700 Kilometer Freileitungen in herkömmlicher Wechselstromtechnologie erforderlich. Mit zu berücksichtigen sind 1 800 Kilometer neue Leitungen, die schon 2009 geplant wurden und das sogenannte Startnetz bilden. Hiervon sind bislang aber nur 214 km gebaut. Und entlang bestehender Trassen sollen 2 800 km neue Leitungen verlegt werden, um das bestehende Netz zu ertüchtigen.
Die Zeit drängt, denn bis Ende 2022 soll das letzte deutsche Atomkraftwerk abgeschaltet sein. Dann müssen die neuen Leitungen stehen, was aufgrund von langen Genehmigungs- und Gerichtsverfahren und auch Bauzeiten als sehr ambitioniert erscheint. Bislang kalkulieren die Netzbetreiber mit insgesamt 20 Milliarden Euro Investitionen in ihre Vorhaben, die letztlich von den Stromkunden oder den gesamten Steuerzahlern getragen werden müssen.