

Im Rahmen der gegenwärtigen Diskussionen über Klimaerwärmung und entsprechende Gegenmaßnahmen lässt sich auch ein zunehmendes Interesse an biobasierten und bioabbaubaren Kunststoffen feststellen. Dabei sind diese Auseinandersetzungen oft geprägt von Pauschalisierungen und Vorurteilen. Für eine sachliche Bewertung der Chancen dieser, zum Teil neuen Stoffklassen ist eine differenzierte Betrachtung der jeweiligen Eigenschaftsprofile notwendig.
Dies beinhaltet eine klare Unterscheidung zwischen
a) bioabbaubaren Polymeren, die unter zertifizierten Bedingungen unabhängig von ihrem Ursprung (fossil oder biogen) von Mikroorganismen abgebaut werden, und
b) biobasierten Polymeren, die zum Teil oder vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Entgegen ihrer Herkunft sind diese Materialien nicht notwendigerweise bioabbaubar (Beispiel: Bio-Polyethylen).
Damit ergeben sich für die jeweiligen Funktionalitäten auch unterschiedliche Anwendungen:
Während bioabbaubare Polymere ihren bevorzugten Einsatz finden in kurzlebigen Verpackungsmaterialien oder als Mulchfolien in der Landwirtschat, kommen biobasierte, aber nicht bioabbaubare Produkte überall dort in Frage, wo im Vergleich zu den bisher verwendeten Produkten Langlebigkeit mit einer höheren Nachhaltigkeit ("carbon footprint") angestrebt wird.
Für beide Produktklassen bietet BASF Lösungen an:
1. Einen bioabbaubaren Polyester (Ecoflex®) als Blendkomponente für Stärke oder Polymilchsäure, um daraus z. B. Folien für Einkaufstüten herzustellen.
2. Ein nicht bioabbaubares Polyamid mit einem Biogehalt von über 60% (Ultramid Balance®), das im Eigenschaftsprofil einem Polyamid 6 nahe kommt bzw. in einigen Punkten übertrifft.
Damit steht den Verarbeitern prinzipiell eine Vielzahl von unterschiedlichsten Polymeren zur Verfügung als Alternative zu bestehenden Polymerwerkstoffen. Für die Entscheidung über die Einsatzfähigkeit sind sowohl technische Eigenschaften als auch ökonomische, ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen. In jedem Einzelfall ist abzuwägen, welche Polymere - ob aus nachwachsenden oder fossilen Rohstoffen - eine sinnvollere Lösung bieten.
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