

Das Ergebnis einer Management-Untersuchung spricht eine klare Sprache: Wer wie
3M und andere hochinnovative Unternehmen über 40 Prozent seiner Umsätze mit
Produkten erzeugt, die jünger als vier Jahre sind – und dies über ein Spektrum von
vielen tausend Produkten -, der kann sich nicht nur auf das Innovationsmanagement im
Sinne einer „guten Mechanik des Innovierens“ verlassen. In innovativen Unternehmen
geht es vielmehr um „noch mehr Kreativität mit schnellerer und besserer Umsetzung“,
also um die Mobilisierung aller Rezeptoren einer Organisation für das Neue, um die
Erzeugung von Leidenschaft zur Transformation von Ideen in am Markt messbare
Erfolge sowie um die Schaffung einer grundsätzlichen Offenheit aller Mitarbeiter für
neue Wege des Zusammenarbeitens. Begeisterung, Freude am Erfolg, auch Freude
am Erfolg anderer, Ausprobierenwollen, Toleranz bei Misserfolgen, Freiräume, das
alles sind Attribute, die Lust auf Neues machen.
Dauerhaft erfolgreiche Unternehmen haben erkannt, dass diese Eigenschaften ihre
Zukunft sichern. Erfolgreiche Produkte und Strategien werden immer schneller kopiert,
Geschäftsprozesse weltweit standardisiert. Das Geschäftssystem von Unternehmen,
deren Mechanik, wird zunehmend austauschbar. Das Einzige, was nicht kopierbar ist
und gleichzeitig den Nährboden für immer wieder neue erfolgreiche Produkte, Services
und Geschäftsmodelle darstellt, ist eben die Innovationskultur eines Unternehmens.
Führende Innovatoren haben ein mitreißendes Leitbild. Die Begeisterungsfähigkeit der
vielen Mitarbeiter in innovativen Großunternehmen wie in mittelständischen Betrieben,
ihre Leidenschaft für die Produkte und ihr Engagement für das Unternehmen sind die
wirklichen Grundlagen langfristigen Erfolgs.
Innovatoren entwickeln systematischer und gezielter. Wer vermutet, dass
innovationsstarke Unternehmen ob ihrer vielfach informellen Organisationsmerkmale
weniger stringent arbeiten, wird nach eingehender Betrachtung überrascht sein. Die
Ideenfindung läuft in der Regel auf Basis klarer Technologieplattformen ab, die mit
immer neuen Anwendungsmöglichkeiten in eine Wechselbeziehung gebracht werden.
Für den Blick in die Zukunft und das Aufspüren neuer Märkte werden fundierte
Szenariotechniken angewendet. Die frühe Einbeziehung von strategischen Kunden in
den Produktentwicklungsprozess erhöht die Akzeptanz und sichert den Markterfolg von
neuen Produkten. Für die Konzeptentwicklungen ganz neuer Produkte werden
Forscher und Entwickler zu einem globalen Innovationsnetzwerk zusammengeführt.
Innovatoren tun mehr für die Entwicklung und Wertschätzung ihrer Mitarbeiter.
Unternehmen müssen sich daher bereits im Recruitment abheben, attraktive Karriere-
Programme bieten sowie eine Arbeitsatmosphäre entwickeln, die alle Merkmale einer
erstklassigen Innovationskultur aufweist – Erweiterung des persönlichen Horizonts,
Wissensaufladung, Interkulturalität, Flexibilität, Wertschätzung. Ein ganz wesentlicher
Differenzierungsfaktor hochinnovativer Unternehmen ist darüber hinaus das
ausgeprägte Maß an Wertschätzung, die sie ihren Mitarbeitern im Laufe der
Zusammenarbeit zukommen lassen. Innovatoren fördern Eigeninitiative wirksamer. Der
unausgesprochene Vertrag zwischen Unternehmen und Mitarbeitern in weit
entwickelten Innovationskulturen heißt: „Wir erwarten eine extreme Eigeninitiative
unserer Mitarbeiter, neue Ideen, neue Impulse für unser Geschäft zu entwickeln und
umzusetzen. Umgekehrt versuchen wir alles, um die Entfaltung des Neuen zu fördern
und alles zu beseitigen, was Kreativität behindert. Und wir vertrauen unseren
Mitarbeitern, dass sie diese neuen Freiräume auch bestmöglich nutzen.“
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