

Die Siliziumtechnologie ist kostengünstig in der Herstellung und besitzt einen Anteil von 90 % am PV-Weltmarkt trotz eines Solarzellenwirkungsgrads von nur 16 %. Doch es bestehen noch vielfältige Potenziale, die Effizienz der Photovoltaik zu bezahlbaren Preisen weiter zu steigern.
Vor diesem Hintergrund konzipierte und organisierte die Bayern Innovativ GmbH im Rahmen des Clusters Energietechnik das Forum „Effizienzpotenziale in der Photovoltaik“ am 6. Oktober in München, in enger Zusammenarbeit mit der IHK für München und Oberbayern und dem Enterprise Europe Network (EEN).
Die Raumfahrt arbeitet häufig an der Grenze des technisch Machbaren. Dies gilt auch für die Photovoltaik. Mittels Stapelsolarzellen auf Basis von Gallium-Arsenid (GaAs) können höchste Wirkungsgrade erzielt werden, die immer näher an das physikalische Maximum von 50 % heran reichen, so Thomas Mende, EADS Astrium in seinem ersten Technologiebeitrag auf dem Forum. Diese Technologie ist aber extrem teuer und nur für singuläre Anwendungen geeignet.
Aber auch mit klassischen Technologien können die PV-Kosten gesenkt werden. In Verbindung mit den steigenden Endverbraucherpreisen für Strom ist in Mittel- und Nordeuropa bis zum Jahr 2020 die Netzparität erreichbar, erläuterte Dr. Winfried Hoffmann, Präsident der European Photovoltaik Industry Association (EPIA), Brüssel, den 130 Teilnehmern des Forums.
Diese Zielsetzung wurde von Dr. Jörg Müller, Q-Cells sowie von Dr. Jörg Baumbach, AVANCIS technologisch untermauert. Laut Müller müssen hierfür bis zu 50 % der Gestehungskosten eingespart werden. In Technologie getriebenen Innovationen liegt das größte Potenzial gefolgt von Skalierungseffekten und Prozessoptimierung. Laborentwicklungen von Q-Cells liefern jetzt schon Solarzellenwirkungsgrade der Siliziumtechnologie von 24,7 %. Damit rückt Q-Cells einer europäischen 20 % Solarzelle in der Massenfertigung immer näher.
Für die Verfügbarkeit des hochreinen Siliziums ist der weitere Ausbau von Solarsiliziumfabriken entscheidend, so Dr. Erich Dornberger, Wacker Chemie. Aufgrund des attraktiven Wirtschaftsstandorts im „bayerischen Chemiedreieck“ investiert Wacker weiter in die Polysilizium-Produktion.
Neben Silizium-Wafern bieten auch die Dünnschicht- und die Konzentratortechnologie weitere Potenziale einer Effizienzsteigerung.
Am Ende der Wertschöpfungskette stehen die Wechselrichter. Zukunftsweisende Wechselrichterkonzepte stellte Stefan David, Siemens, Fürth, vor. „Die Arbeit an der Netzparität hat jetzt ernsthaft begonnen und auch EVUs haben die Bedeutung der Photovoltaik erkannt“ so David.
In der abschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Dr. Norbert Ammann, IHK für München und Oberbayern und Dr. Vesselinka Petrova-Koch, konnten die Teilnehmer ausführlich die schrittweise Realisierung der Effizienzpotenziale erörtern.