Cluster Neue Werkstoffe

Cluster-Treff am Fraunhofer Institut für Bauphysik

3D-Textilstrukturen zur Bewehrung



Nachbericht

Cluster-Treff „3D-Textilstrukturen zur Betonbewehrung" am Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen, 7. Juli 2010

  • 60 Teilnehmer beim Fraunhofer-Institut für Bauphysik
  • Innovationen für die Gebäude- und Innenraumgestaltung
  • Kombination von Beton- und Textiltechnologie für neuartige Funktionsmaterialien

„Holzkirchen besitzt die idealen klimatischen Bedingungen für Untersuchungen an Baumaterialien und ist somit einer der traditionsreichsten Standorte der Fraunhofer-Gesellschaft", so Dr. Klaus Breuer, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik mit weiteren Standorten in Stuttgart und Kassel in seiner Begrüßung der mehr als 60 Teilnehmer zum Cluster-Treff „3D-Textilstrukturen zur Betonbewehrung".
Am Institut erfolgt die Betrachtung der Prozesskette „Bau" zum einen chronologisch, von der Idee über die Nutzung bis zum Rückbau, zum anderen entlang einer Komplexitätsachse vom Grundstoff bis zum Gebäude.
Diesen Gedanken spiegelte das Vortragsprogramm wider: Es präsentierte textile Strukturen zu Betonbewehrung von der Textiltechnologie über die Bauteilentwicklung und Prüfung bis hin zu vielfältigen Einsatzbeispielen.
Dreidimensionale Textilstrukturen aus biaxialen Abstandgewirken für Textilbeton standen im Mittelpunkt des Beitrages von V. Fraas, Helmbrechts, einem bis dato ausschließlich als Weltmarkführer für Schals bekannten Unternehmens. Diese innovativen Textilien sind aufgrund ihrer dreidimensionalen Struktur optimal für eine Bewehrung von unterschiedlichen Matrixsystemen wie Beton oder Kunststoff geeignet, erläuterte Alexander Schmidt, Mitglied der Geschäftsführung. Die strukturelle Flexibilität der 3D-Textilien und die Möglichkeit zur Auslegung mittels CAD ermöglichen eine effiziente Bauteilfertigung.
In ihren Bewehrungseigenschaften leisten biaxiale Abstandsgewirke enormes, wie Christoph Karlstetter, Gruppenleiter Betontechnologie am Fraunhofer IBP, in seinen Ausführungen zeigte. Als Bewehrung von Porenbeton können sie sogar ein Totalversagen der Struktur nach einer Detonation verhindern. Die Möglichkeit zur Integration verschiedener Funktionalitäten demonstrierte er am Beispiel einer integrierten Additivzuführung zur Betonversiegelung.
Die Kombination aus hervorragenden Bewehrungseigenschaften, Funktionsintegration und guter Prozessierbarkeit machen Textilbeton zu einem hervorragenden Baustoff für die Gestaltung von Gebäuden und Innenräumen, wie Dr. Ulrich Pachow, Geschäftsführer der Durapact GmbH, Haan, darstellte. Mit diesen Baustoffen lassen sich nicht nur energetisch und gestalterisch optimierte Fassadensysteme, sondern auch Empfangsbereiche und Designräume realisieren.
Die bauphysikalischen Untersuchungen an diesen und anderen Materialien sowie Einblicke in die Membranbauweise wurden den Teilnehmern bei einer anschließenden Institutsbesichtigung vermittelt.
Inspiriert von den design- und funktionstechnischen Möglichkeiten des Textilbetons tauschten sich beim anschließenden Abendempfang 80 Experten von unterschiedlichen Bereichen der Wertschöpfung über neue Kooperations- und Entwicklungsmöglichkeiten aus. Der Abendempfang, als Auftakt zum Forum „Textilien für Bau und Architektur" am Folgetag, war hierfür die ideale Gelegenheit.

 

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