mit dieser Einschätzung umriss Klaus-W. Körner, der Vorstandsvorsitzende des Forschungsinstitutes für Wärmeschutz e.V. (FIW) mit Sitz in München, die Bedeutung der effizienten Energienutzung für das Gelingen der Energiewende. Körner sprach auf dem Wärmeschutztag 2012, den das FIW zusammen mit der Deutschen Energie-Agentur (dena) und Bayern Innovativ Mitte Juni in München veranstaltete. Erschlossen werden muss das Potenzial durch steuerliche Anreize, Zuschüsse und durch Anpassungen im Mietrecht, damit die Interessen von Mietern und Vermietern besser synchronisiert werden, betonte Körner.
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Eine Möglichkeit, den Energieverbrauch von Gebäuden zu senken, ist, die Gebäudehülle zu dämmen und durch eine Lüftung mit Wärmetauschern zusätzlich die Lüftungswärmeverluste zu begrenzen. Eine solche Lüftung lässt sich allerdings bei bestehenden Gebäuden wegen des großen baulichen Aufwandes nur selten realisieren. Am Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) hat man deshalb eine neue Wärmedämmung entwickelt, in deren Dämmplatten gleich die Zu- und Abluftkanäle eingelassen sind. Die Platten werden auf die Außenwände eines Hauses geklebt und die Räume dann an die Lüftungskanäle durch Kernbohrungen angeschlossen, erläuterte Prof. Gerd Hauser, Institutsleiter am IBP, das Prinzip. |
Nach den bisherigen Erfahrungen mit der Neuentwicklung lassen sich damit Gebäude kostengünstig dämmen und gleichzeitig mit einer Lüftung versehen: In einem Pilotprojekt in Kassel stehen 12 500 Euro Kosten mit herkömmlicher Technik nur gut 3 000 Euro Kosten mit der neuen Dämmtechnik gegenüber.
Derzeit werden bei den neuen Dämmplatten Aspekte der Schalldämmung, der Rauchausbreitung im Brandfall und der Schadstoffemissionen aus den Lüftungskanälen genauer untersucht. Laut Hauser gibt es bisher keine Erkenntnisse, die gegen eine Verwendung der Dämmplatten sprechen.
Damit sich die teuren Modernisierungsmaßnahmen besser für die Besitzer rechnen, empfahlen mehrere Referenten auf der Tagung, die energetische Sanierung mit ohnehin anstehenden Modernisierungen (etwa bei einem Besitzerwechsel) zu kombinieren. Dabei ist nach Ansicht von Prof. Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln eine energetische Komplettsanierung immer sinnvoll und wirtschaftlich; sie ist aber auch die teuerste Lösung. Voigtländer plädierte deswegen für steuerliche Anreize, damit sich Gebäudebesitzer nicht auf Teilsanierungen beschränken. So wäre es vernünftig, wenn umfangreiche energetische Gebäudesanierungen über 50 Jahre steuerlich abgeschrieben werden könnten (so genannte „energetische AfA"). Nur so ließe sich die Sanierungsrate von Gebäuden anheben.
Weitere Informationen:
www.fiw-muenchen.de