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Nachbericht Workshop Elektromobilität
Das Zukunftsfeld Elektromobilität ist eines der Schwerpunktthemen für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Zielsetzung des Freistaates ist es, Bayern zu einer führenden Region für Elektromobilität zu machen. Der 5 Punkteplan der Bayerischen Staatsregierung hat hierfür die Weichen gestellt.
Der Cluster Automotive veranstaltete vor diesem Hintergrund und mit Unterstützung des Cluster-Beirats am 31. März 2011 gemeinsam mit der TU München den Workshop Elektromobilität auf dem Campus der TU in München -Garching. Ziel der ganztägigen Veranstaltung war die Identifizierung und Diskussion von Entwicklungsschwerpunkten und Technologietrends für Elektrofahrzeuge. Über 70 Experten aus Industrie und Wissenschaft, darunter Vertreter von mehreren OEM´s beteiligten sich intensiv in den 5 parallelen Arbeitsgruppen.
Zur thematischen Einführung berichtete Franz Vidal von der RUF GmbH praxisnah über deren Erfahrung mit elektrisch angetriebenen Premiumfahrzeugen in ersten Kleinserien. Bei Entwicklung, Produktion und Betrieb in den letzten 3 Jahren konnten umfangreiche Erfahrungen für die Auslegung der Fahrzeugarchitektur, Energiespeicherung und Batteriekonzepte sowie den Fahreinsatz gesammelt werden.
Prof. Markus Lienkamp von der TU München erläuterte die interdisziplinäre Kooperation von 20 Lehrstühlen der Universität in einem E-mobility Entwicklungsprojekt, über das aktuell das Elektrofahrzeug MUTE entsteht. Dessen Konzept beruht auf einem Cityfahrzeug für 2 Personen und einer garantierten Reichweite von 100 km. Neben der Umsetzung neuester Technologien wie Leichtbau und hocheffizienter elektrischer Antriebstechnik werden insgesamt möglichst geringe Anschaffungskosten angestrebt. Durch reduzierte Betriebskosten sollen über den Produktlebenszyklus Nutzerkosten geringer als bei einem herkömmlichen Fahrzeug erzielt werden. Das Concept Car MUTE wird erstmals auf der IAA 2011 in Frankfurt auf dem Gemeinschaftsstand von Bayern Innovativ in der halle Elektromobilität präsentiert.
Mit diesen Anregungen aus Industrie und Forschung - einerseits Premium, andererseits Kostenoptimierung- starteten die Teilnehmer in 5 parallelen Arbeitsgruppen zu den Themenfeldern:
Moderiert durch die Cluster Automotive, Neue Werkstoffe, Chemie und Leistungselektronik sowie der TU München wurden gemeinsam Schwerpunktthemen erarbeitet und anschließend präsentiert.
Die Cluster werden die identifizierten Themen weiter verfolgen und Ansätze für Kooperationsprojekte entwickeln.
Bei Interesse an einer künftigen Mitarbeit an Projekten steht das Clustermanagement Automotive gerne zur Verfügung.
Die Ergebnisse der Arbeitskreise im Überblick:
1. Leistungselektronik/Elektromotoren/Energiemanagement
Durch die Teilnehmer wurden 5 Schwerpunktthemen für Entwicklung und Einsatz von Leistungselektronik erarbeitet und vertiefend diskutiert:
Die in Bayern vorhandenen Kompetenzen in Industrie und Forschung bieten verschiedene Ansätze für Kooperationsprojekte.
2. Batterie/ Energiespeicher
Die Wertschöpfungskette für eine Batteriefertigung wurde durch die Teilnehmer erarbeitet sowie hierzu die Bedarfe und Entwicklungsthemen der anwesenden Unternehmen identifiziert. Als Schwerpunkte wurden die Notwendigkeit einer Prototypenfertigung sowie das integrierte Thermomanagement für Batteriesysteme herausgearbeitet. Aus den Ergebnissen sollen im Nachgang konkrete Projekte entwickelt werden.
3. Leichtbau
Im Arbeitskreis Leichtbau erarbeiteten die Teilnehmer notwendige Strategien für Werkstoffe und identifizierten modulare Konstruktionsprinzipien, Simulation, Prüftechnik, Automatisierbarkeit der Produktion und Recycling als Schwerpunktthemen. Der Austausch zwischen den Disziplinen Leichtbau und Elektromechanik für Leichtbau in der Mechatronik wurde für einen Folgeworkshop angeregt.
4. Heizung / Klimatisierung
Die speziellen Heizungs- und Klimatisierungsanforderungen für Elektrofahrzeuge wurden nach den Möglichkeiten für Wärme- und Kälteerzeugung sowie Energie-Speicherung gruppiert und diskutiert. Die Teilnehmer wollen nach 4 Wochen unter Mitwirkung des Cluster Automotive und des Lehrstuhls für Thermodynamik mögliche Projektthemen definieren und deren Umsetzung angehen.
5. Range Extender-Konzepte
Die Akteure im Arbeitskreis waren sich einig, dass Range Extender immer der Fahrzeugstrategie bzw. der Nutzung angepasste technische Lösungen sein werden. Mit einem modularen Ansatz für Range Extender könnten Reichweiten als Mobilitätsprodukt angeboten werden. Der Arbeitskreis sieht in Bayern hierfür ausreichende Kompetenzen vorhanden, konkrete Projektansätze werden im Einzelfall geprüft.