Symposium mit begleitender Fachausstellung

Elektromobilität

02. Dezember 2010, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, Schweiz


Nachbericht

Symposium an der ETH Zürich

  • Zukunftsfeld Elektromobilität im Fokus
  • 360 Teilnehmer im Audimax der ETH Zürich
  • Delegationsreise von Minister Zeil in die Schweiz

 

Elektromobilität ist eines der bedeutendsten Zukunftsfelder. Zusammenarbeit über Technologien und Grenzen hinweg setzt neue Impulse und beschleunigt Innovationen. Die Schweiz hat eine hohe Reputation bezüglich neuer technologischer Entwicklungen, so auch in Design und Engineering von Prototypen für Solar- und Elektrofahrzeuge. Bayern ist in der Automobilindustrie bestens positioniert mit Premiumherstellern, innovativen Zulieferern und leistungsstarken Instituten.

So wurde im Rahmen der Delegationsreise von Wirtschaftsminister Martin Zeil in die Schweiz erstmals  ein Symposium E-Mobilität ausgerichtet und hierfür bewusst der Schwerpunkt Elektromobilität gewählt. Mit dieser Aufgabe wurde die Bayern Innovativ GmbH betraut. Dabei ist es gelungen, die weltweit renommierte  ETH Zürich als Partner zu gewinnen und hervorragende Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft einzuwerben. Konzeption und Organisation des Symposiums am 2. Dezember 2010 in Zürich erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium, der Handelskammer Deutschland-Schweiz und Bayern International.

Die 60-köpfige Delegation aus Bayern traf in der ETH Zürich auf 300 weitere Teilnehmer aus Bayern und der Schweiz. Damit erfreute sich das Symposium einer herausragenden Resonanz.

 

Die nachfolgenden Ausführungen sind wie folgt gegliedert:

 

 

 

Politische Rahmenbedingungen

 

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil sieht eine hohe Bedeutung von Markt und Kunde für die zukünftige Entwicklung von Elektromobilität, denn Bayern ist bestens aufgestellt mit Automobilherstellern, Zulieferern und wissenschaftlichen Instituten. Aber der Freistaat unterstützt auch mit flankierenden politischen Rahmenbedingungen, insbesondere mit der 5-Punkte-Strategie der Bayerischen Staatsregierung, mit der u. a. zahlreiche Modellprojekte unterstützt werden. Das Zukunftsfeld Elektromobilität ist jedenfalls bestens für neue Kooperationen geeignet und hierzu sollte gerade mit der Schweiz ein  Grundstein für weitere Zusammenarbeit gelegt werden.

 

Prof. Dr. Roman Boutellier, Vizepräsident der ETH Zürich, gab aus Schweizer Sicht einen Einblick in Aktivitäten und aktuelle Forschungsansätze bezüglich umweltfreundlicher Mobilität mit besonderem Bezug zu Elektrofahrzeugen. Er sprach sich u. a. dafür aus, den Markt bzw. den Kunden bezüglich der Akzeptanz einer neuen Technik entscheiden zu lassen. Wesentliche Kriterien hierfür dürften Faktoren sein wie Emotion, Kosten und neues Werteempfinden bezüglich  umweltfreundlicher Mobilität. Hinsichtlich Zusammenarbeit in diesem Zukunftsfeld ist auch die Schweiz sehr an Kooperationen interessiert.  

 

 

Prof. Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer Bayern Innovativ GmbH und Sprecher des Cluster Automotive, stellte dann die nachhaltig aufgebauten Netzwerk- und Cluster-Strukturen in Bayern vor, mit gezielter nationaler und internationaler Ausstrahlung. Er nahm speziell im Automobilsektor Bezug auf die vielfältige Zusammenarbeit mit der Schweiz, u. a. mit dem Wirtschaftsamt St. Gallen, dem internationalen BAIKA One-on-One für Automobilzulieferer, aber auch jüngst mit Vertretern der ETH Zürich bei dem Symposium Motorentechnologie Anfang November in Passau. Wesentlich involviert in die inhaltliche Konzeption, führte er anschließend als Moderator durch das halbtägige Symposium.

 

 

Dr. Johann Niggl, Leiter Invest in Bavaria, gab dann einen komprimierten Überblick über vielfältige Maßnahmen der Technologieförderung und Finanzierungsinstrumente in Bayern, die allen dort ansässigen Unternehmen grundsätzlich offen stehen und damit in besonderem Maße zur Attraktivität dieses Wirtschafts- und Technologiestandortes Bayern beitragen.

 

 

Strategien der OEMs

 

Elektromobile Strategien großer Automobilhersteller wurden zunächst von Stefan Keller, Leiter Elektrifizierungsprozesse bei Audi, vorgestellt. Für die Mobilität der Zukunft spielt die Elektrifizierung des Antriebsstranges eine herausragende Rolle. Neben den Hybridfahrzeugen werden u.a. etron-Sportwagen ein neues Gefühl für Emotion und Fahrspaß vermitteln. Für den urbanen Verkehr sind dagegen kleinere Versionen von Elektrofahrzeugen wie der Audi A1 etron vorgesehen. In diesem Zusammenhang wurde auch kurz auf den erstmals verliehenen Audi Urban Future Award verwiesen, der visionäre Konzepte der Städteplanung in Hinblick auf die Mobilität von Morgen auszeichnet.

 

 

Dr. Martin Arlt, Leiter nachhaltiger Mobilitätsprojekte, erläutert die Strategie des Hauses BMW am Beispiel von project i. Ziel dieses langfristigen Projektes ist es, Denkanstöße zu Technologien, Fahrzeugkonzepten und Fertigungsprozessen für zukünftige Mobilität zu setzen. Hierzu wurden auch mit Hilfe eines Mini-E umfangreiche Marktversuche in Berlin und Kalifornien durchgeführt. Die gewonnenen Ergebnisse werden insbesondere im Rahmen der Entwicklung des Megacity Vehicles berücksichtigt, dessen Markteinführung für den urbanen Bereich für 2013 geplant ist. An besonderen technischen Entwicklungen sind dabei der Einsatz von Faserverbundwerkstoffen für  signifikante Gewichtsreduktion zu nennen sowie die Weiterentwicklung von Funktionen von BMW Connected Drive speziell für Elektrofahrzeuge.  

 

 

Dr. Johann Niggl, Leiter Invest in Bavaria, gab dann einen komprimierten Überblick über vielfältige Maßnahmen der Technologieförderung und Finanzierungsinstrumente in Bayern, die allen dort ansässigen Unternehmen grundsätzlich offen stehen und damit in besonderem Maße zur Attraktivität dieses Wirtschafts- und Technologiestandortes Bayern beitragen.

 

Einen Blick in zukünftige Technologien vermittelte Marco Piffaretti, Management Director von Protoscar SA, wo für verschiedene Automobilhersteller zukunftsweisende Prototypen entworfen werden. Er stellte mit dem Premiumsportfahrzeug Lampo² ein außergewöhnliches Concept Car vor, das u. a. verdeutlicht, was heute schon technisch möglich ist und insbesondere die Kunden auch emotional anspricht.

Technologische Weiterentwicklungen

Einen Blick in zukünftige Technologien vermittelte Marco Piffaretti, Management Director von Protoscar SA, wo für verschiedene Automobilhersteller zukunftsweisende Prototypen entworfen werden. Er stellte mit dem Premiumsportfahrzeug Lampo² ein außergewöhnliches Concept Car vor, das u. a. verdeutlicht, was heute schon technisch möglich ist und insbesondere die Kunden auch emotional anspricht.

Einen weiten Bogen zu Technologietransfermöglichkeiten aus der Weltraumforschung schlug Prof. Dr. Gerd Hirzinger, Leiter des Instituts für Robotik und Mechatronik des DLR. Grundsätzlich hat ein reines Elektrofahrzeug zahlreiche technologische Analogien zu intelligenten Robotersystemen. Er stellte mit dem Robomobil, das auch im Eingangsbereich der ETH ausgestellt war, eine Konzeption vor, bei der z. B. jedes Rad  mit Motorbremse und Lenkung ausgestattet ist. Zudem erläuterte er zahlreiche Möglichkeiten zur Kommunikation mit Verkehrsleitsystemen bis hin zum autonomen Fahren. 

Prof. Dr. Markus Lienkamp, Fakultät für Fahrzeugtechnik der TU München, führte abschließend mit dem Konzeptfahrzeug MUTE der TU München auf die gegenwärtige Situation zurück. Zielsetzung des Projektes ist Marktdurchdringung mit Bezahlbarkeit, also eine maximale Reduktion bei gleichzeitiger Einhaltung technologischer Standards. Die Anschaffungskosten eines E- Fahrzeuges werden bis auf weiteres den Preis eines herkömmlichen Automobils übersteigen. Mit dem MUTE ist man aber zuversichtlich, bei Betrachtung der Kosten über den gesamten Lebenszyklus bereits einen Kostenvorteil zu erzielen. Dieses neue Konzept MUTE wird u. a. im September 2011 auf dem Gemeinschaftsstand Bayern Innovativ auf der IAA in Frankfurt vorgestellt.

 

 

Beim anschließenden Bayerischen Staatsempfang mit über 400 Gästen im focusTerra der ETH Zürich hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die aus den Vorträgen gewonnenen Impulse und die neuen Kontakte bei interessanten Gesprächen zu vertiefen.

 

 

Fokus der Exkursion am nachfolgenden Tag war ebenfalls das  Thema Elektromobilität. Zunächst stand ein Besuch der Esoro AG in Fällanden an, die ihre Kompetenzen zu innovativem Engineering auch bezüglich Elektromobil-Prototypen präsentierte, u. a. in Zusammenarbeit mit der Brusa Elektronik AG, einem führenden Schweizer Unternehmen in der Entwicklung hocheffizienter Leistungselektronik und elektrischer Antriebsmotoren.  

Abschließend wurden die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) besucht, die sich insbesondere in der Gewinnung von Strom über Photovoltaik engagieren. Von besonderem Interesse war die Präsentation eines mobilen Labors, entwickelt in Zusammenarbeit mit der Hochschule Zürich, mit dem die tatsächliche Leistung von PV-Modulen gemessen werden kann. Weiter konnten die Besucher die Elektrofahrzeugflotte der EKZ persönlich bei 20-minütigen Testfahrten erleben.

 

Alle Beteiligten betrachteten dieses erstmalige Symposium im Rahmen einer Delegationsreise als einen vollen Erfolg.

 

Ansprechpartner

à Prof. Dr. Josef Nassauer

Ò Gabriel von Lengyel-Konopi

à Holger Czuday

Seite bookmarken ...
Diese Veranstaltungen könnten für Sie von Interesse sein:
22.-24.05.2012, Messe Nürnberg
SENSOR + TEST 2012
Gemeinschaftsstand Bayern Innovativ
04.07.2012, SATURN ARENA, Ingolstadt
Zulieferer Innovativ 2012
14. BAIKA Jahreskongress
25.07.2012, TU München, Garching
Erfolgreich durch Vernetzung
Cluster-Kongress
17./18.09.2012, Schloss Montfort, Langenargen am Bodensee
Automobilzulieferer
Internationales One-on-One Forum