

Photovoltaik weiter auf dem Vormarsch
Symposium „Energie Innovativ 2008“ mit begleitender Fachausstellung in Nürnberg
Partner: EnergieRegion Nürnberg e.V. und Solarenergieförderverein Bayern e.V.
Die Photovoltaik (PV) – Gewinnung von Strom direkt aus Sonnenlicht – ist eine echte Halbleitertechnologie und wird in den kommenden Jahren weitere technologische Quantensprünge
erzielen können. Forschung und Industrie haben in der PV in den letzten Jahren bereits großartige Fortschritte erzielt, getrieben vom Nachfrageschub durch das Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG).
Einen Tag vor Beginn der Intersolar in München trafen sich am 11. Juni 2008 in Nürnberg PV-Experten von internationalem Rang auf dem Kongress „Energie Innovativ 2008“ der Bayern Innovativ GmbH. Sie diskutierten neueste technische Lösungen sowie Entwicklungen in den globalen Märkten. Partner des Kongresses waren die EnergieRegion Nürnberg e. V. und der Solarenergieförderverein Bayern e. V.
Prof. Dr. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer ISE, Freiburg erläuterte in seiner faszinierenden Einführung, dass bereits im Jahr 2014 PV-Strom zu ähnlichen Kosten wie konventioneller Strom
erzeugt werden könnte (Grid Parity). Dies ist zum Einen bedingt durch steigende Strompreise und wird zum Anderen ermöglicht durch höhere Effizienz und dadurch sinkende Kosten über die gesamte Wertschöpfungskette der Photovoltaik.
Dr. Murray Cameron von der Phönix Solar AG Sulzemoos und Vice President der European Photovoltaik Industry Association (EPIA) beleuchtete nationale und internationale Marktentwicklungen der Photovoltaikbranche unter Berücksichtigung der
politischen Rahmenbedingungen, die entscheidend sind, um mittelfristig die technischen Innovationspotenziale der PV zu erschließen.
Untermauert wurden seine Ausführungen durch Dr. Wolfgang Seeliger von der LBBW,
der Ergebnisse von Markt- und Finanzanalysen vorstellte. Grundlage für PV ist Silizium, das nahezu unbegrenzt in Form von Quarzsanden vorhanden ist, aber in hochreiner Form benötigt wird.
Dr. Erich Dornberger, Wacker Chemie AG, berichtete über neueste Prozesstechniken zur
Gewinnung hochreinen Poly-Siliziums. Das Verfahren der Stababscheidung wird ständig weiterentwickelt, zudem wurde mit der Granulatabscheidung im Wirbelschichtreaktor ein neues
Verfahren entworfen, das einen kontinuierlichen Prozess erlaubt. Mit hohem Investitionsaufwand baut Wacker die Kapazitäten am Standort Burghausen weiter aus, von ca. 8.100 Tonnen im
Jahr 2007 auf 22.000 Tonnen bis 2010, um der erhöhten Nachfrage nach Poly-Silizium für die Si-Wafer-Technologie gerecht zu werden. Die zweite Generation der PV, die Material sparende
Dünnschichttechnologie, verwendet Halbleitermaterialen wie Silizium, CdTe (Cadmium/Tellurit) oder ClS (Kupfer/Indium/Di-Selenit).
Prof. Uwe Rau vom Forschungszentrum Jülich vermittelte einen Einblick in aktuelle Fortschritte
der PV-Dünnschichttechnologie auf Basis von amorphem und mikrokristallinem Silizium, die aufgrund neuer Verfahrenstechniken immer größere Marktanteile gewinnen wird.
Weitere Experten aus Industrie und Wissenschaft behandelten neueste Entwicklungen in den einzelnen Stufen der Wertschöpfung, von der Modulund Wafer-Technologie über komplette
Anlagen zur Stromerzeugung bis hin zu Recycling von PV-Modulen.
Als Kernaussagen können zusammengefasst werden:
Die Photovoltaik wird einen zunehmenden Anteil in der Stromversorgung liefern. Wichtigste
Basis hierfür bildet die Siliziumtechnologie. Zudem hat sich ein neues Verfahren zur Herstellung von Reinstsilizium in der Praxis bewährt. Es bestehen aber auch Perspektiven für „unreines“ metallurgisches Solar-Silizium. Dünnschichttechnologien sind weiter auf Erfolgskurs. Deutschland
gilt als Technologieführer in der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Chance gilt es zu nutzen, denn der PVIndustrie wird großes internationales Wachstum prognostiziert.
„Energie Innovativ 2008“ bot den Teilnehmern eine hervorragende Möglichkeit, mit dem bayerischen Cluster Energietechnik in Kontakt zu treten und Kooperationsprojekte im Bereich der
Photovoltaik auszuloten.
Dipl.-Ing. Constantin Schirmer
Dr. Robert Bartl