Kooperationsforum

Fahrerassistenzsysteme

Innovative Vernetzung von Funktionen
17. April 2008, Aschaffenburg

Bericht

  • Durch Datenfusion und Systemintegration können neue Funktionen erschlossen werden
  • Kollisionswarnung, Notbremsung, Kreuzungsassistent
  • Sieger der DARPA Urban Callenge 2007 zeigt den Blick in die Zukunft des autonomen Fahrens

Sicherheit ist ein bedeutendes Ziel auf Europas Straßen auch hinsichtlich der volkswirtschaftlichen Relevanz für Unfallfolgekosten von 160 Mrd. Euro jährlich. Die Reduktion von aktuell über 5000 Unfalltoten pro Jahr führt hier gleichermaßen zur Forderung nach mehr Sicherheit als auch der Steigerung des Komforts, um die Kundenakzeptanz zu gewährleisten.

Einen hervorragenden Überblick über aktuelle Projekte und zukünftige Szenarien bot das 5. Kooperationsforum Fahrerassistenzsysteme am 17.04.2008 mit 150 Teilnehmern im Rahmen der SafetyWeek in Aschaffenburg, welches von Bayern Innovativ als Projektträger der Bayerischen Innovations- und Kooperationsinitiative BAIKA für Automotive und BAIKEM für Elektronik und Mikrotechnologie sowie dem Cluster Automotive konzipiert wurde. Partner waren die europaweite Forschungsinitiative PReVENT und der Kooperationsverbund Fahrzeugsicherheit Bayerischer Untermain.

Beiträge der Forschungsinitiative PReVENT: Dr. Martin Kunert, Dr. Reiner Wertheimer, Matthias Schulze (v.l.n.r.)
Matthias Schulze von der Daimler AG und Koordinator von der EU-Forschungsinitiative PReVENT gab einen Überblick der neuesten Entwicklungen der nun abgeschlossenen Projekte, die in Versailles einem großen Publikum vorgestellt wurden. Dr. Reiner Wertheimer, BMW Group Forschung und Technik, präsentierte die Beiträge der BMW Forschung hierzu: Objekterkennung, -Bewegung und -Klassifizierung standen hier thematisch im Mittelpunkt. Der Beitrag von Dr. Martin Kunert, VDO Automotive AG, ergänzte dieses Bild in Kombination mit einem Kreuzungsassistenten und der automatischen Notbremsung.



Dr. Michael Darms, Embedded Engineer der Continental AG im Team Tartan Racing, Siegerteam der DARPA Urban Challenge.
Einen Blick über den aktuellen Stand der Umgebungserfassung und die Herausforderung von wissensbasierten Systemen zur Vorhersage über die Bewegung anderer Fahrzeuge und der Umgebungssituation wurden am Beispiel des autonomen Fahrens bei der DARPA Urban Challenge 2007 von Dr. Michael Darms, Continental AG, gezeigt, dessen Team als Sieger aus diesem Rennen in Victorville, CA, hervorging. 11 Roboterfahrzeuge und 50 von Stuntmen gefahrene Fahrzeuge absolvierten auf dem Testgelände eines ehemaligen Air Force Geländes definierte Aufgaben, die innerhalb einer Zeitvorgabe von 6 Stunden gelöst werden mußten.



Innerhalb des Gesamtsystems standen zukünftige Anwendungen neuer Sensoren in Verbindung mit bereits etablierter Technik im Fokus: Beispiele waren das 3D PMD-Kamerasystem der PMDTechnologies GmbH, das sowohl Objekterkennung über Video als auch Abstandsmessung über die Lichtlaufzeit vornehmen kann, intelligente Lichtsysteme der Hella KGaA Hueck & Co., die selbst bei Gegenverkehr eine optimale Ausleuchtung der Fahrbahn garantieren sowie von der Leoni AG ein Näherungssensor als Einparkhilfe.

Dr. Hieronymus Fischer, ESG GmbH, stellte einen neuen Ansatz der Datenfusion und Systemintegration vor.
Die Frage nach der Kundenakzeptanz im Kontext neuer Entwicklung von einzelnen Assistenzsystemen, die durch Kombination in gewissen Verkehrslagen für den Fahrer zu widersprüchlichen Informationen führen, wurde eindringlich von Dr. Hieronymus Fischer, ESG GmbH, dargestellt. Nur durch Datenfusion und Systemintegration aus einer Hand, d.h. einer zentralen Umweltinterpretation für die „Schnittstelle Mensch“ könne die Information der einzelnen Sensoren sinnvoll bewertet werden; über die Software können auch hier neue Funktionen erschlossen werden.

Einen anderen Ansatz der Systemintegration zeigte Dr. Alois Seewald, TRW: Durch die Kombination verschiedener Sensor-Information können neue Synergien für weitere Funktionen erschlossen werden. Hier kann auf bereits etablierte Systeme zurückgegriffen werden, die jedoch neu zusammengeführt werden.

Das Thema Situationsanalyse und Bewegungsplanung rundete die Beitragsreihe mit einem Projekt aus dem Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn ab, das von Prof. Thomas Sattel vorgestellt wurde. Hier lag der Schwerpunkt in der Simulation möglicher Gefahrenkarten, die einen optimalen Weg des Fahrzeugs in einer jeweiligen Situation vorzeichnen.  

Rinspeed sQuba im Rahmen der SafetyExpo mit dem Laserscanner-System von Ibeo
Einen Blick in die Zukunft gewährte das Laserscanner-System der Hamburger Firma Ibeo, dessen Anwendung nicht nur im in vielen Fahrzeugen der DARPA Urban Challenge zum Einsatz kam, sondern im Rahmen der SafetyExpo in einem Concept Car von Rinspeed, dem sQuba, zu bewundern war.

Die fundierten Vorträge im diesjährigen Kooperationsforum bildeten exemplarisch wichtige Sequenzen der gesamten Wertschöpfungskette ab: vom Stand der Forschung über konkrete Applikationen bis hin zur ganzheitlichen Betrachtung von Systemen. Über dieses Themenspektrum konnten vom OEM über Zulieferer bis zum Dienstleister alle relevanten Zielgruppen angesprochen werden.

Impressionen der Veranstaltung

Ansprechpartner:
Dr. Andreas Böhm
Technologie Marketing
Bayern Innovativ GmbHBayern Innovativ GmbH
Gewerbemuseumsplatz 2
90403 Nürnberg
Deutschland
Tel: +49 911-20671-214
Fax: +49 911-20671-5214
 
Dr. Rupert Tkotz
Technologie Marketing
Bayern Innovativ GmbH
Gewerbemuseumsplatz 2
90403 Nürnberg
Deutschland
Tel: +49 911-20671-165
Fax: +49 911-20671- 5165
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