

Die deutsche Chemieindustrie ist mit einem Umsatz von 179 Mrd. € und etwa 440.000 Beschäftigen einer der wichtigen Wirtschaftsfaktoren in Deutschland. Mit einem Anteil von 12,4 % an den weltweiten Chemieexporten ist Deutschland führend in diesen Industriesegment (VCI 2008). Ein wichtiges Element dieses Erfolges ist Innovation.
Zu einem Innovationstreiber in der chemischen Industrie hat sich in den letzten Jahren die Biotechnologie entwickelt. Das Wachstum bei biotechnologischen Produkten ist weit höher und dynamischer als bei Produkten aus der klassisch chemischen Synthese. Dabei werden heute biotechnologische Methoden immer dann erfolgreich eingesetzt, wenn es sich bei den Produkten um hochwertige und komplexe chemische Moleküle handelt.
Zunehmend zeigt sich, dass Biotechnologie auch das Potential hat, langfristig die klassische Petrochemie im Bereich der großvolumigen Grundchemikalien zu ergänzen und teilweise zu ersetzen. Moderne biotechnologische Methoden ermöglichen zunehmend erdölunabhängige und CO2-neutrale Synthesen von Basischemikalien und chemischen Grundbausteinen aus nachwachsenden Rohstoffen.
Erfolgreiches Beispiel ist sicherlich „Bio“-Ethanol. In 2007 wurden knapp weltweit 40 Mio. Tonnen Ethanol biotechnologisch durch Fermentation aus nachwachsenden Rohstoffen sowohl für die energetische, wie auch für die stoffliche Nutzung als chemischer Grundbaustein herstellt
(www.lab-bioethanol.de). „Bio“-Ethanol ist dabei bereits heute in einigen Ländern, wie Brasilien oder den USA, preislich konkurrenzfähig zu dem vergleichbaren petrochemischen Grundbaustein Ethylen. Derzeit beruhen solche biotechnologischen Verfahren noch auf Zucker oder Stärke als Ausgangsprodukt. In Zukunft wird durch verbesserte Aufschlussverfahren für Lignocellulose auch der Einsatz von Pflanzenabfallmaterialien möglich sein.
WACKER hat den Trend „Biotechnologie für die Chemie“ früh erkannt und setzt erfolgreich Biotechnologie im Geschäftsbereich Fine Chemicals zur Herstellung hochwertiger Produkte für die Pharma-, Agro- und Nahrungsmittelindustrie ein. Es sind nicht nur wirtschaftlich erfolgreiche Prozesse, sondern auch nachhaltige und umweltgerechte Verfahren: Für das biotechnologische Verfahren zu Herstellung der Aminosäure L-Cystein erhielt der WACKER-Konzern 2008 den Umweltpreis des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Und WACKER investiert intensiv in Forschungsprojekte im Bereich der Weißen Biotechnologie mit der Zielsetzung Grundchemikalien mit strategischer Bedeutung für das Unternehmen biotechnologisch aus nachwachsenden Rohstoffen zugänglich zu machen.
Es entwickelt sich ein Multimilliarden-Markt für die industrielle (weiße) Bio-technologie. Es wird sich eine biotechnologische Verbundchemie entwickeln (Bioraffinerien) und wir werden interessante Entwicklungen im Bereich der biotechnologischen bzw. petrochemischen Hybridchemie sehen. Die weiße Biotechnologie wird einen enormen Beitrag zur Ressourceneinsparung und zum Klimaschutz leisten. Bis zu einem ökologisch und ökonomisch erfolgreichen Einsatz der weißen Biotechnologie besteht in vielen Bereichen noch hoher Innovationsbedarf, der jedoch langfristig gesehen dem Industriestandort Deutschland große Chancen eröffnet.
Es gilt heute die Voraussetzungen zu schaffen, dass Deutschland seine weltweit führende Rolle im Bereich der industriellen Biotechnologie halten, ausbauen und nutzen kann. Wichtige Elemente hierzu sind:
Zur Stärkung der weißen Biotechnologie in Bayern wurde 2008 im Zusammenwirken des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und der bayerischen Chemieindustrie die Bio WB GmbH gegründet. Aufgabe der Bio WB GmbH ist die Förderung der Weißen Biotechnologie in Bayern, die in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Cluster Biotechnologie erfolgt. Hierzu gehört auch das Management des Forschungsverbundes IBP (Industrielle Building Blocks und Performance Proteine), einem von bundesweit insgesamt fünf im BMBF-Förderprogramm „Bio-Industrie 2021“ ausgezeichneten Kompetenz-Clustern. Die enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Akademia und Industrie wird eines der Erfolgrezepte auf dem Weg zu einer biobasierten Chemie in Bayern sein.
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Wacker Chemie AG
Presse und Information
Florian Degenhart
Tel. +49 89 6279-1601
Fax +49 89 6279-2877
Unternehmenskurzprofil:
WACKER ist ein global operierender Chemiekonzern mit rund 15 000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 3,78 Mrd. € (2007). WACKER verfügt über 27 Produktionsstätten und mehr als 100 Vertriebsgesellschaften weltweit.
WACKER SILICONES
Siliconöle, -emulsionen, -kautschuk und -harze, Silane, Pyrogene Kieselsäuren, Thermoplastische Siliconelastomere
WACKER POLYMERS
Polyvinylacetat und Vinylacetat-Copolymere in Form von Dispersionspulvern, Dispersionen und Festharzen als Bindemittel für bauchemische Produkte, Farben, Klebstoffe, Lacke, Putze und Vliesstoffe
WACKER FINE CHEMICALS
Feinchemikalien, Biologics und weitere biotechnologische Produkte, wie Cyclodextrine und Cystein
WACKER POLYSILICON
Polysilicium für die Halbleiter- und Photovoltaikindustrie, Solarwafer Siltronic Reinstsiliciumwafer und -einkristalle für Halbleiter-Bauelemente
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