

Nürnberg/Rosenheim, 01.04.2009 Bayern ist eines der waldreichsten Länder in Deutschland mit zahlreichen, leistungsfähigen Unternehmen im Forstsektor und der Holzbe- und -verarbeitung. Mit einer Bruttowertschöpfung von 12,44 Milliarden Euro liegt der bayerische Sektor Forst und Holz gleichauf mit Finnland, dem europäischen Holzindustriestaat. Die Forst- und Holzwirtschaft
ist mit 200.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 30 Milliarden Euro ein Riese – mit weiter steigenden Umsatzzahlen, z. B. im Holzgewerbe oder Möbelbau. Dazu tragen ein attraktives Design und kundenorientierte Gestaltung der Holzprodukte bei, vor allem aber auch Materialinnovationen auf Holzbasis. Acetylierte Holzfasern, Wood Polymer Composites, nanobeschichtetes Holz oder bionische Holzwerkstoffkonzepte mit besonderer Oberflächenhaftung sind zukunftsweisende Entwicklungen, die neue Marktchancen eröffnen. Dazu gehören Kundenorientierung mit individueller Fertigung, Herausbildung von Alleinstellungsmerkmalen durch die Entwicklung
intelligenter Holzbausysteme oder eine Konzentrierung auf die Modernisierung des Baubestandes in Anbetracht rückläufiger Neubautätigkeit.
Die Forst- und Holzbranche steht aber auch vor weiteren Herausforderungen. Der Klimawandel erfordert angepassten Waldbau. Daraus resultiert eine geänderte Zusammensetzung der verfügbaren Arten des CO2-neutralen Rohstoffs Holz, mit Auswirkungen auf die Techniken in der Holzbearbeitung. Der zunehmende Rohstoffwettbewerb erfordert effizientes Waldmanagement,
optimale Logistik und den Einsatz moderner IuK Technologie. Dies gilt auch für kleinstrukturierte Betriebe.
Der Kongress – Breite Themenvielfalt entlang der Wertschöpfungskette
Das 6. Symposium Holz Innovativ am 1.-2. April 2009 im Kultur + Kongresszentrum in Rosenheim greift aktuellen Chancen und Herausforderungen auf und besticht auch in diesem Jahr durch eine
beeindruckende Themenvielfalt entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit ihren unterschiedlichsten Ausprägungen. Deshalb zieht es auch in dieser wirtschaftlich angespannten Zeit 480 Teilnehmer aus 18 Ländern nach Rosenheim. „Durch die langjährige auch internationale Netzwerktätigkeit und die umfassende Unterstützung der Region gelingt es, Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft aus zahlreichen Ländern themenorientiert zusammen zu führen.
Durch die Information über jüngste Technologie-Entwicklungen und den Austausch von Erfahrungen über erfolgreiche Strategien setzen sie Impulse und machen Mut für kontinuierliche Weiterentwicklungen im Sektor Holz“, so Prof. Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH.
Über 70 Experten aus sieben Ländern informieren über Holzressourcen und -logistik, stellen Lösungen und Anwendungen mit innovativen Holzwerkstoffen und Oberflächen vor, demonstrieren deren Einsatz im Holzbau und der Holzarchitektur und zeigen vielversprechende Strategien und Technologien für neue Märkte auf; z. B. für Gebäude mit integrierter Photovoltaik.
Das Symposium bietet eine ideale Plattform zum branchen- und werkstoffübergreifenden Dialog mit Experten, Zulieferern und Anwendern aus der Forstwirtschaft, Holzbe- und -verarbeitung, aus dem Holzbau und der Möbelherstellung, mit Architekten, Planern und Immoblienentwicklern. Weitere
Zielgruppen sind Vertreter aus den Bereichen Haus- und Energietechnik, Glas und Fassaden sowie Logistik.
Plenum – Best Practice für zukünftige Marktstrategien
In den Plenarvorträgen werden anhand von Best Practice Beispielen Erfolgsstrategien auf nationalen und internationalen Märkten aufgezeigt.
Den Kongress eröffnet Ministerialdirigent Dr. Günter Graf, der in seiner Rede Potenziale der bayerischen Holzwirtschaft aufzeigt. Strategien für eine erfolgreiche Entwicklung eines mittelständigen Unternehmens im Ingenieurholzbau präsentiert Ursula Grossmann-Bönisch, Inhaberin der Grossmann Bau GmbH aus Rosenheim. Auf Erfolgsfaktoren in internationalen
Märkten geht Lars-Erik Sandstrom von Swedwood International ein. Dieser international agierende schwedische Konzern entwickelt und fertigt trendige Möbel für seinen Hauptkunden IKEA. Prof. Wolfgang Winter von der TU Wien wirft dann einen Blick in die Zukunft des Bauens mit Holz. Light, fast und clean verspricht besondere Vorteile, insbesondere auch bei steigenden Kosten
anderer Materialien. Die Vorteile eines Netzwerks wie des Clusters Forst und Holz demonstriert Clustersprecher Prof. Dr. Dr. Gerd Wegener von der Holzforschung der TU München, anhand erfolgreicher Beispiele.
Kongressthemen
Die Umsetzung von holz- und materialwissenschaftlichen Erkenntnisse in technologische Entwicklungen, innovative Produkte und Projekte wird in den parallelen Themenreihen präsentiert.
Der Einsatz von Holz im Ingenieurholzbau, handwerklichem Holzbau und der Holzarchitektur hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Noch beschränkt er sich zwar überwiegend auf den Bau von Ein- und Mehrfamilienhäusern, Beispiele größerer Holzbauwerke wie das Sportstadion in
Livorno oder das fünfstöckige, drehbare und stets der Sonne zugewandte Energiehaus im Energiezentrum Guggenmos, zeigen die Potenziale des Baustoffs Holz. Hybride Konstruktionen z. B. von Holz mit Stahl, Glas oder Polyurethan sowie neue Leichtbaustrukturen wie Tensairity, eine revolutionäre pneumatische Tragstruktur, erweitern den Einsatzbereich von Holz und
ermöglichen eine neue Formensprache.
Auch die aktuelle Diskussion um Klima und Energie bietet der holzverarbeitenden Branche neue Marktzugänge. Der Anteil der gebäudeintegrierten Photovoltaik beträgt zurzeit weniger als zwei Prozent am gesamten Photovoltaikmarkt. Ästhetik und Energiegewinnung lassen sich dort
gut vereinen, da ein ansprechendes Design auf hohe Akzeptanz in der Bevölkerung trifft.
Treiber für zukunftsweisende Lösungen und neue Anwendungen sind vor allem auch innovative Holzwerkstoffe. Titanwood ist ein solcher Holzwerkstoff aus actetylierten Holzfasern (Accoya Holz), der durch seine erhöhte Dauerhaftigkeit und UV-Stabilität im Außenbereich z. B. im Brückenbau eingesetzt werden kann. Polyureas wiederum, ultraschnell aushärtende Klebstoffe, ermöglichen die Steigerung von Produktionskapazitäten in der automatisierten Herstellung von
Holzelementen.
Effizienzsteigerung der Holzbereitstellung und -logistik wird vor allem durch neuer Technologie wie RFID erreicht, das den Materialfluss zwischen Wald und Sägewerk kontrolliert, oder dem Einsatz eines web-basierten geografischen Informationssystem namens WaldInfoPlan, einem Instrument zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung.
Die Teilnehmer und Aussteller
Der Kongress führt rund 480 Experten, Zulieferer und Anwender der Holzbranche aus 18 Ländern zusammen; neben Deutschland aus dem Alpenraum wie Österreich und Schweiz, osteuropäischen Ländern (Lettland, Polen, Rumänien, Slowenien Tschechien), dem südeuropäischen Raum (Italien, Kroatien, Spanien), aus Skandinavien (Finnland, Niederlande, Schweden) sowie aus Frankreich, Belgien, Lichtenstein und den USA.
Mit dabei sind Unternehmen wie Adler-Werk, Aicher Holzhaus, BASF SE, Danzer, Dyrup, EGGER, Finnforest Merk, fischerwerke, Glunz, GROSSMANN BAU, Haas, Häring, hagebau, Hasslacher, hsb-SYSTEMS, Kaindl Flooring, Knapp, Lignotrend, Mayr-Melnhof Kaufmann, Moralt, Optiwin, Pabst, Pfleiderer, Pöyry, Regnauer, Remmers, Saint-Gobain, Schaffitzel, Schreinerei Josef Eham, Staedtler, Steico, Stora Enso, Team 7.
Vertreter der Architektur kommen von Architekten Schmidt-Schicketanz, Kappler Architekten, Architekturbüro Haas & Partner, Ingenieurbüro Herz-Lang.
Von der Forschung kommen u. a. die Holzforschung München, die Deutsche Gesellschaft für Holzforschung, die Empa Dübendorf, das Fraunhofer Institut für Holzforschung Braunschweig und das Institut für Holztechnologie Dresden. Vertreter von Hochschulen und Universitäten sind anwesend aus Berlin, Bayreuth, Dresden Göttingen, Helsinki, Hof, Linz, Ljubljana, München,
Rosenheim, Salzburg, Southern California, Wien, Wiesbaden und Zagreb.
In der begleitenden Fachausstellung präsentieren sich 50 Unternehmen und Institute.
Die Konzeption und Organisation
Die Bayern Innovativ GmbH ist die Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer des Freistaates Bayern mit Sitz in Nürnberg. Mit einem interdisziplinären Team von 80 Mitarbeitern identifiziert sie aktuelle Themen und Trends, entwickelt die inhaltliche Konzeption und akquiriert Referenten und
Aussteller. Durch dieses zielgerichtete Zusammenführen von Teilnehmern aus zahlreichen Ländern werden essentielle Impulse für zahlreiche Innovationen von morgen gesetzt.
Die Partner und Sponsoren
Der Kongress „Holz Innovativ“ wird von der Bayern Innovativ GmbH konzipiert und organisiert. Die Ausrichtung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Rosenheim, der Holzforschung der TU München, der Deutschen Gesellschaft für Holzforschung (DGfH) sowie dem Cluster Forst und Holz in Bayern.
Die Cluster Energie, Logistik und Neue Werkstoffe sind in dieses Symposium mit eingebunden, das umfassende Unterstützung durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie erfährt.
Als Sponsoren unterstützen das Symposium die BASF SE, Beckhoff Automation, Glunz, Grossmann Bau, Hans Hundegger Maschinenbau, hsb-SYSTEMS, Sparkasse Rosenheim - Bad Aibling, die Stadt Rosenheim und Zenz Landtechnik.
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