Kooperationsforum

Funktionelle Pflanzeninhaltsstoffe

Food – Pharma – Kosmetik

Statements Pressegespräch

Nicht nur für´s Bier allein

  • Hopfeninhaltsstoffe zunehmend interessant für Food- und Pharmaindustrie
  • Neue Methoden für Extraktion, Wirknachweis und Qualitätssicherung bio-aktiver Substanzen
  • 200 Teilnehmer beim erstmaligen Kooperationsforum in Wolnzach

Nürnberg/Wolnzach, 01.10.2009. Sie senken den Blutdruck und das Cholesterin, verhindern Thrombosen, regulieren den Blutzuckerspiegel, fördern die Verdauung, regen das Immunsystem an und wirken antioxidativ, antimikrobiell und entzündungshemmend: Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, deren gesundheitliche Vorteile für den Menschen bereits seit Jahrtausenden eine große Bedeutung haben. Die älteste bekannte Beschreibung von Heilpflanzen und deren Anwendung findet sich auf einem im 16. Jahrhundert v. Chr. verfassten ägyptischen Papyrus.

Dieses weitreichende Potenzial nutzen heutzutage Arznei-, Lebensmittel- und Kosmetikhersteller, um hochwirksame Medikamente, Zusatznutzen generierende Nahrungsmittel und „sanfte“ Körperpflegeprodukte herzustellen. Das ist eine besondere Chance für Erzeuger – wie z. B. für Hopfenpflanzer über das Bier hinaus – für ihre Rohstoffe zusätzliche hochwertige und lukrative Verwendungen zu finden.

Teilweise sind jedoch die konkreten Wirkmechanismen der Inhaltsstoffe immer noch nicht entschlüsselt. Moderne Analysemethoden der Biotechnologie und Genetik fördern die Kenntnis über die Wirkungsweise und klären molekulare Zusammen-hänge. Aus diesem Wissen resultieren mögliche neue Anwendungsfelder für funktionelle Pflanzeninhaltsstoffe.

So besitzt der Hopfen neben dem geschmacksprägenden Charakter im Bier auch beruhigende und antiseptische Wirkung. Der Inhaltsstoff Xanthohumol zeigte in Tests antikanzerogenes Potenzial, das 8-Prenylnaringenin phytoöstrogene Effekte.
Dies liefert Ansätze für mögliche neue pharmazeutische Anwendungen. Nicht von ungefähr war der Echte Hopfen Arzneipflanze des Jahres 2007.


Inhalte des Kooperationsforums

Erstmalig konzipiert und organisiert die Bayern Innovativ GmbH im Rahmen des „Netzwerk Life Science“ am 1. Oktober 2009 in Wolnzach ein Kooperationsforum „Funktionelle Pflanzeninhaltsstoffe – Food, Pharma, Kosmetik“.
Es findet in Zusammenarbeit mit Unternehmen im Deutschen Hopfenwirtschafts-verband statt und wird unterstützt durch den Cluster Ernährung und die HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e. G. Der Tagungsort spiegelt die Bedeutung der Region Hallertau in Bayern wider, die als größtes Hopfenanbaugebiet der Welt ein Drittel der Weltproduktion erzeugt. 70 Prozent der aktuellen Hopfensorten sind Züchtungen aus dem Hopfenforschungszentrum Hüll.

„Das Forum bietet eine ideale Plattform für den direkten Kontakt von Wirtschaft und Wissenschaft, von Experten, potenziellen Anwendern und Kunden – für zukünftige Kooperationen zur weiteren Erschließung des Wachstumssegmentes Pflanzeninhaltsstoffe, insbesondere natürlich des Hopfens“, so Professor Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg.

Dr. Martin Biendl von der Hopsteiner Hallertauer Hopfenveredelungsgesellschaft gibt einen Überblick über Inhaltsstoffe des Hopfens und deren Potenzial für neue Anwendungen und Märkte. Beispielhaft zeigt BetaTec Hopfenprodukte Einsatzmöglichkeiten in der Prozesstechnik; für die Aromenherstellung untersucht Symrise geschmacksaktive Substanzen.

Entscheidend für Innovationen im Konsumgüterbereich ist dabei der Nachweis der Funktionalität dieser Inhaltsstoffe, aber auch das Erkennen der Trends der Verbraucher, wie Prof. Werner Klaffke von Unilever ausführt.

Vorgestellt wird des Weiteren der Anbau geeigneter Rohstoffpflanzen durch Dr. Maximilian Weigend von botconsult und das Identifizieren von Inhaltsstoffen durch Screening von Naturstoffbibliotheken durch Dr. Lutz Müller-Kuhrt von AnalytiCon Discovery. Nadine Igl-Schmid präsentiert die schonende Extraktionsmethode von NateCO2 mit überkritischem CO2.

Dr. Bernd Bonnländer (Plantextrakt) stellt den gesundheitlichen Nutzen von Pflanzenextrakten im Lebensmittelbereich am Beispiel Tee vor. Regulatorische Aspekte von Phytopharmaka beleuchtet Dr. Bernd Roether (Bionorica).


Daten und Fakten zum Kooperationsforum

Das erstmalige Forum zeichnet eine große Resonanz aus: 200 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind angemeldet. Das Spektrum der Wirtschaftsvertreter reicht von der Chemie mit Evonik Degussa, Sigma Aldrich und Wacker Chemie bis zu „Ingredients“ mit Anoxymer und DSM Nutritional Products.
Die Analytik und Testung vertreten beispielhaft Aurigon, BioTeSys und SGS Institut Fresenius; als Anwender von Pflanzeninhaltsstoffen sind Firmen wie Molkerei Meggle, Sanofi-Aventis oder Kneipp Werke vor Ort.
Wissenschaftliche Forschungseinrichtungen, Universitäten und Hochschulen aus München, Erlangen, Bayreuth, Dresden, Freiburg, Hohenheim, Leipzig, Potsdam, Regensburg, Stuttgart, Trier und Wien runden die anwesende Know-how-Vielfalt ab.

In der begleitenden Fachausstellung präsentieren neben Unternehmen und Instituten aus den Bereichen Anbau, Gewinnung, Analytik und Anwendung – wie z. B. die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, InterMed Discovery, BioProof und Cfm Oskar Tropitzsch – zahlreiche Unternehmen aus dem Bereich der Geräte-/Verfahrenstechnik (u. a. Bruker BioSpin, De Dietrich, Thermo Fisher Scientific) ihre Produkte und Dienstleistungen.

Das Forum bietet somit eine ideale Plattform zum Erfahrungs- und Wissensaustausch und zur Erschließung neuer Kooperationen und Anwendungsfelder.

Am Vortag hatten die Teilnehmer des Kooperationsforums die Gelegenheit, die NateCO2 GmbH & Co. KG, Wolnzach sowie das Hopfenforschungszentrum Hüll und das Versuchshopfengut "Busch-Farm" zu besichtigen.


Über die Bayern Innovativ GmbH
Die Bayern Innovativ GmbH wurde 1995 von der Bayerischen Staatsregierung initiiert und gemeinsam von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft als Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mit Sitz in Nürnberg gegründet. Deren Ziel ist es, Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen durch den Ausbau des Technologietransfers anzustoßen. Leitgedanke ist das Zusammenführen verschiedener Kompetenzen, um neuartige Entwicklungen voranzutreiben sowie deren Markteintritt durch die Präsentation neuer Produkte und Entwicklungen zu unterstützen. Neben zehn etablierten Netzwerken managt die Bayern Innovativ GmbH fünf Cluster der 2006 gestarteten Initiative „Allianz Bayern Innovativ“: Automotive, Neue Werkstoffe, Logistik, Energietechnik und Medizintechnik.

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