

Holz für attraktive Wohn- und Lebenskultur
Moderne Wohn- und Lebenskultur unterliegt einem permanenten Wandel: zunehmende Individualisierung in Design und Gestaltung, verstärkter Wunsch nach gesundem Wohlfühlklima, Natürlichkeit und technologischen Raffinessen. Hier ist Holz ein attraktiver Baustoff
– allein und in Kombination mit unterschiedlichsten Materialien.
Dies waren Themen des Kooperationsforums „Innenausbau/Möbel & Innenarchitektur“ der Bayern Innovativ GmbH am 22. Oktober 2008 in Rosenheim. Partner waren die Hochschule Rosenheim,
der Fachverband Schreinerhandwerk Bayern und der Cluster Forst & Holz in Bayern.
In der Innenraumgestaltung werden nach Herbert H. Schultes vom gleichnamigen Design Studio, Fürstenfeldbruck, emotionale Inszenierung, Multifunktionalität und „Light Design“ immer wichtiger. Dabei kommt dem Werkstoff Holz für Design und Markenbildung eine besondere Bedeutung zu.
Das gilt auch für haptische und optische Merkmale sowie für Verarbeitung und Bedienbarkeit des Produkts, die die Kundenakzeptanz maßgeblich beeinflussen, wie der Materialexperte Aart van Bezooyen, Material Stories, Hamburg, an zahlreichen Beispielen erläuterte. Haptik und Optik sind auch im Automobilinterieur bestimmende Faktoren – die Wahrnehmung wird durch „Erlebnis, Genießen, Wohlfühlen“ geprägt. „Innenausbau/-architektur und Automobildesign geben sich hier
gegenseitig Impulse für die Entwicklung neuer Materialien und Technologien“, so Hans-Dieter Futschik, Leiter Design Pkw, Daimler AG.
Stösst das Material Holz in der Raum-/Produktgestaltung an seine Grenzen, kann CORIAN® (Aluminium Hydroxid) eine Alternative bieten. Es sieht aus wie Stein, lässt sich wie Holz verarbeiten und hat bereits hohe Akzeptanz bei Architekten erzielt. Angewandt wurde es u. a. in der BMW Welt München oder bei Areva in Paris. Die Kooperation mit Architekten und dem Innenausbau ist für Geschäftsführer Roland Hasenkopf, vom gleichnamigen Unternehmen in Mehring, ein zentraler Erfolgsfaktor für die Erschließung neuer Märkte.
Als besondere Zukunftsperspektive sieht Hans-Helmut Esser, Esser Design EDNetwork, Mainz, die Vernetzung von Architektur- und Wohnsystemen mit innovativer Kommunikationstechnik für intelligente Gebäude, die auch effizient mit erneuerbaren Energien versorgt werden.
Energieeffizienz und Design sind kein Widerspruch. „Gezieltes Lichtdesign durch geschickte Gebäudeplanung und damit einer forcierten Tageslichtnutzung kann den Primärenergiebedarfs
eines Gebäudes stark reduzieren“, führte Prof. Wambsganß, Hochschule Rosenheim, aus. Dies hat außerdem einen positiven Effekt auf die Wohnqualität und -gesundheit.
„Das Thema ,Wohngesundheit‘ befindet sich jedoch noch weitgehend am Anfang“, konstatierte Peter Bachmann, Sentinel-Haus Institut, Freiburg. Innovative Lösungen für die Minimierung
von Emissionen der Materialien bilden die Basis des Sentinel Konzepts, das vor allem für Holzhäuser ausgelegt ist und jüngst für Massivhäuser weiterentwickelt wurde. Bereits über 1.000 Betriebe sind von Sentinel ausgebildet, Gebäude mit hohen gesundheitlichen Ansprüchen zu einem bezahlbaren Preis zu erstellen.
Kosteneffizienz ist jedoch nicht nur im Hausbau, sondern auch in der Produktion von Innenausstattung gefragt. „Lean Production und Simulationsmodelle können hierzu wesentlich beitragen“, so Dieter Rezbach, Lignum Consulting, Kupferzell. Diese Ansätze ermöglichen auch Effizienz und Flexibilität für die Produktion einer großen Vielzahl von Einrichtungen und Einzelteilen, wie Lars-Erik Sandström, Präsident, Swedwood International AB, Schweden, darstellte.
Swedwood gehört zur IKEA-Gruppe und ist Hauptlieferant für IKEA weltweit. Rund 480 Teilnehmer aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette, davon 200 Studenten und Fachschüler aus dem Handwerk, nutzten das Forum für praxisnahe Information zu Impulsen in Design und Gestaltung
und für den werkstoffund branchenübergreifenden Dialog.