

Trend zur Klebtechnik ungebrochen
Die Klebtechnik hat sich seit Jahren zu einer der zentralen Verbindungstechnologien für das Multimaterialdesign im Automobilbau etabliert. Schon heute werden allein 17 % der jährlichen Klebstoffproduktion in Deutschland in Fahrzeugen und Transportmitteln verarbeitet. Dies ent-
spricht einem Umsatz von ca. 500 Mio. Euro. Im Schnitt finden sich in einem Automobil mittler-
weile zwischen 15 und 18 Kilogramm Klebstoff. Geklebte Fahrzeugstrukturen verfügen über verbesserte Crashfestigkeit, erhöhten Fahrzeugkomfort, verminderte Geräuschemissionen und deutlich niedrigeres Gewicht. Die zahlreichen Vorteile der Klebtechnik lassen auch in Zukunft ein überdurchschnittliches Wachstum erwarten.
Diese nachhaltige Entwicklung spiegelt sich auch im Industriearbeitskreis „Kleben im Automobilbau“ wider. Bereits zum neunten Mal trafen sich Experten und Anwender der Klebtechnologie in der Nürnberger Akademie zu einem Kooperationsforum, um sich über neueste Entwicklungen zu informieren und aktuelle Technologietrends zu diskutieren.
„Die Klebtechnik ist die einzige Fügetechnologie, mit der wir in der Lage sind unterschiedlichste Werkstoffe unter Erhalt ihrer Eigenschaften zu verbinden. Hiermit schafft die Klebtechnik die Basis für neue Bauweisen und effizienten Leichtbau – dies um so mehr als Neue Materialien wie Polymere und Verbundwerkstoffe ihren Einzug ins Fahrzeug halten werden“, so Prof. Dr. Groß vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung, der wieder die kompetente Moderation übernahm.
Besonders gespannt waren die Teilnehmer auf die Ausführungen von Dirk Breuer von der Toyota Deutschland GmbH zum Stand der Fügetechniken beim japanischen Hersteller mit Einblicken bis in neueste Entwicklungen aus der Formel 1.
Das Thema Prozesssicherheit effizienter Klebprozesse stand im Mittelpunkt der weiteren Beiträge: Prof. Dr. Jürgen von Czarnecki vom wehrwissenschaftlichen Institut für Werk- und Betriebsstoffe, Erding präsentierte eine neue, ultraschallbasierte Methode, mit der sich kaltaushärtende Klebstoffe ohne Oberflächenvorbehandlung der Fügeteile verarbeiten lassen.
Wie sich bei Polyurethanbasierten Klebstoffen zukünftig die unerwünschte und bisher schwer zu steuernde Abspaltung von CO2 vollkommen vermeiden lässt, zeigte Dr. Martin Linnenbrink von Sika Automotive in seinem faszinierenden Beitrag über die i-Cure-Technologie.
Auch die Nanotechnologie stellt ein bedeutendes Element für Klebstoffanwendungen in höchstbelasteten Crashzonen des Fahrzeugs dar. Dies wurde im Beitrag von Dr. Thomas Engels Henkel Adhesive Technologies deutlich. So wirken neuartige, nanoskalige Phasen im Klebstoff als Rissstoppelemente und führen zu einer kontrollierten und maximalen Energieaufnahme des gefügten Bauteils im Crashfall. Vorträge aus dem Maschinenbau, aus dem Hubschrauberbau sowie aus der Bahntechnik rundeten das Programm ab.
80 Teilnehmer, darunter Vertreter von 3M, AUDI, BASF, Behr, BMW, Clariant, Continental, DELO, Dürr, Dynamic Systems, EFTEC, FRIMO, Linde, Rehau, Robatech, Volkswagen, Wacker Chemie AG, Webasto ließen sich diese Highlights nicht entgehen und nutzten die Chance zum intensiven Informationsaustausch sowie zur Herstellung neuer Kontakte für zukünftige Appliaktionen.
Ansprechpartner:
Dr. Kord Pannkoke
Prof. Dr. Josef Nassauer