Symposium

Logistik Innovativ 2008

07./08. Mai 2008, Prien am Chiemsee/Aschau

Bericht

Logistik – Wachstum und Herausforderung

  • Intermodale Logistik Wasser-Schiene-Straße
  • Neue Technologien – von RFID bis Satellitennavigation
  • Internationaler Kongress mit 250 Teilnehmern aus 5 Ländern
  • Staatsempfang von Wirtschaftsministerin Emilia Müller auf Herrenchiemsee

Globale Beschaffung von Rohmaterialien, Produktion über weitverzweigte Fertigungsstätten,
weltweite Belieferung von Endkunden, abnehmende Lagerhaltung – die Bedeutung der
Logistik wird weiter ansteigen.
Die logistischen Herausforderungen der Zukunft erfordern dabei eine weitere Optimierung
der Verkehrsinfrastruktur, neue Konzepte im intermodalen Verkehr sowie den Einsatz neuer
Technologien für erhöhte Transparenz und präzise Warenverfolgung.

Führende Vertreter der Wirtschafts- und Verkehrspolitik stellten zum Auftakt des Kongresses
Logistik Innovativ 2008 in der Festhalle in Aschau, am Fuß der Kampenwand, Perspektiven
für den weiteren Ausbau der Verkehrsträger Wasser, Schiene und Straße vor. In diesem
Kontext betonte Bayerns Wirtschafts- und Verkehrsstaatssekretär Markus Sackmann die
Bedeutung der Logistik für die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaats. Aufgrund seiner
zentralen Lage und Gateway-Funktion in Europa werde Bayern auch weiterhin einen bedarfsgerechten Verkehrswegeausbau verfolgen. Besondere Akzente setzte auch Karin Roth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Sie hob die Bedeutung der deutschen See- und Hafenhinterlandverkehre für den Warentransport in
Europa hervor. Ähnliches gilt für den nationalen Aktionsplan Österreichs für die Schifffahrt auf
der europäischen Wasserstraße Donau. All diese Aktivitäten sind Teil der Gesamtkonzeption der
Verkehrspolitik der Europäischen Union. Von Seiten der Logistikunternehmen betonte
Eckart Fricke, Vorstandsmitglied der Railion Deutschland AG, Mainz, „dass sich Potenziale
vor allem durch die Erweiterung der Verkehrsinfrastruktur und die Ausrichtung auf die Anforderungen einzelner Wirtschaftsbranchen erschließen lassen.“ Angesichts des steigenden
globalen Verkehrsaufkommens plädierte Prof. Peter Klaus, Sprecher des Clusters Logistik und
Leiter der Fraunhofer ATL in Nürnberg, dafür, auch mit „Querdenken“ und Kreativität neue
Lösungen zu suchen.
Neue intermodale Verkehrskonzepte wurden anhand des Eisenbahntunnelprojekts
NEAT in der Schweiz vorgestellt, das eine Verlagerung des Lkw-Verkehrs auf die Schiene vorsieht, sowie über das europäische Projekt AlpFRail zur Optimierung des grenzüberschreitenden
Schienengüterverkehrs mit verbesserter Anbindung an die adriatischen Häfen.
Einen besonderen Schwerpunkt bilden neue Ansätze zur Verbesserung im Straßengüterverkehr. Bernhard Simon, Dachser GmbH & Co. KG, Kempten,sieht deutliche Optimierungspotenziale
durch eine genaue Analyse der Logistikbilanz der Verlader. Aufgrund neuer europäischer Regelungen zur Begrenzung von Lenk- und Ruhezeiten ergibt sich die Forderung nach einer ausreichenden Parkplatzzahl und nach neuen Parkleitsystemen für eine optimale Ausnutzung
der Fahrzeitkontingente. Dr. Thomas Hundesrügge von der ASSIT GmbH in Regensburg stellte hierzu die innovative Erdmagnetfeldsensorik für ein derartiges Parkleitsystem vor.
Gerade im innerstädtischen Verkehr werden an Lastwagen in Europa unterschiedliche
Anforderungen hinsichtlich Emissionsgrenzwerten gestellt. Dieselmotoren weisen dabei noch erhebliche Effizienzsteigerungspotenziale auf, so Dr. Carsten Intra von der MAN AG in München.
Zukünftige Anwendungen der Warenverfolgung über das europäische Satellitennavigationssystem
Galileo erläuterte Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen, Institutsleiter beim Fraunhofer IML in Dortmund, am zweiten Kongresstag im Yachthotel in Prien am Chiemsee.
Prof. Dr. Hartmut Zadek, Universität Magdeburg, präsentierte am Beispiel optimierter Arbeitsabläufe an internationalen Flughäfen Verbesserungen durch optimalen Personaleinsatz in der
innerbetrieblichen Logistik. Vielfältige Optimierungsmöglichkeiten der innerbetrieblichen Logistik und Lagerhaltung bietet der individuelle Einsatz der RFID-Technologie.
Einen Höhepunkt des Symposiums „Logistik Innovativ“ bildete auch im Jahr 2008 der traditionelle Staatsempfang im Spiegelsaal des Schlosses Herrenchiemsee. Zu diesem hatte Bayerns
Wirtschaftsministerin Emilia Müller am Abend des ersten Kongresstages eingeladen. Die einzigartige Atmosphäre bot bei prächtigem Wetter einen hervorragenden Rahmen, um Erfahrungen
auszutauschen und Kontakte für zukünftige Partnerschaften in der Logistik aufzubauen.

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