Cluster-Forum

Schlanker Materialfluss

Flexible Produktion durch Lean Management
30. September 2008, Konferenzzentrum München

Bericht

„Schlanker Materialfluss“ für Effizienz und Flexibilität

  • Prozesse optimieren – Wirtschaftlichkeit steigern
  • Branchenübergreifende Trends in „Lean Production“
  • Über 200 Teilnehmer beim Cluster Forum in München

Die Integration schlanker Materialflüsse in bestehende operative Produktionssysteme und Firmenstrukturen ist eine herausfordernde logistische Aufgabe, die deutliche Effizienzsteigerungen verspricht. Deshalb gewinnt Lean Production zunehmend an Bedeutung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Ausgangspunkt ist das Toyota Produktions-System, zuerst und erfolgreich angewendet in der Automobilindustrie. Deshalb wurde das Cluster Forum auch gemeinsam von den Clustern Logistik und Automotive am 30. September 2008 im Kongress Zentrum der Hanns-Seidel-Stiftung in München in Zusammenarbeit mit der IHK für München und Oberbayern ausgerichtet.

Zielsetzung ist das Auffinden und Eliminieren von ineffizienten Produktionsabläufen, unnötigen Transportwegen, Ursachen für vermeidbaren Ausschuss oder von noch nicht erschlossenen Potenzialen der Mitarbeiter. Dabei ist das Zusammenspiel der einzelnen Maßnahmen entscheidend. Nur dadurch kann eine optimale Auslastung von Maschinen und Personal, Teilen und Systemen erreicht werden. Im Bedarfsfall ermöglicht dies eine just-in-time oder just-in-sequence Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen.

Besonders der zunehmende Individualisierungstrend bei vielen Produkten erfordert schlanke Materialflüsse. Prinzipien in einem schlanken Produktionssystem sind dabei die Optimierung des Wertstroms, das Fluss- und Pull-Prinzip sowie die Perfektionierung der Arbeitsabläufe.
Experten aus Forschung, Logistik und produzierender Industrie belegten dies eindrucksvoll mit Erkenntnissen und Erfahrungen aus der Praxis zur Lean Philosophie, den Voraussetzungen für flexible Produktion bis hin zu aktuellen Lösungsansätzen mit Kanbanstrategien und neuesten Softwaresystemen.

Im Vordergrund standen dabei Erfahrungen der Synchronisierung mit vorhandenen EDV-Systemen, neue Konzepte bei Fabrikplanung und Wertstromdesign, die Abschätzung noch zu erschließender Marktpotenziale, aber auch die Grenzen der einzelnen Methoden.
Unter den namhaften Referenten waren unter anderem Philipp Dickmann, Geschäftsführender Gesellschafter der lepros GmbH und Herausgeber des Buches „Schlanker Materialfluss“ oder Faruk Bilgin von der Webasto AG, die 2008 mit dem erstmalig vergebenen Logistikpreis des VDA ausgezeichnet wurde.

Prof. Christoph Maier von der FH Rosenheim, erfahren auch in der Gründung von Unternehmen, berichtete über die Potenziale, die sich durch einen schlanken Informationsfluss erschließen lassen und über neue Technologien zur Realisierung einer Logistikgerechten Entwicklung von Produkten.
Schlanker Materialfluss wird in Zukunft immer bedeutender für Effizienz und Flexibilität in der Produktion – aufgrund schwankender Nachfragen vom Markt, zunehmender Individualisierung von Produkten, schnelleren Innovationszyklen, erweiterter Wertschöpfungstiefe mit wachsender Anzahl an Produktionsschritten. Der Mitarbeiter steht dabei im Mittelpunkt dieser Systeme, nicht als Kostenfaktor, sondern als „Effizienzsteigerer“ und damit als Basis für die Erweiterung von Aufträgen, so Prof. Nassauer in seiner Zusammenfassung des Plenums.
In zwei parallelen Vortragsreihen wurden diese Themen vertieft, wie die notwendige Standardisierung bei Logistikplanungen oder die Bedeutung der Datenqualität. Software für Lean Anwendungen muss auch schlank gestaltet sein, um gegen optimierte manuelle Prozesse konkurrieren zu können, so Kersten Ellerbrock von der CellFusion, Inc. im Silicon Valley in Kalifornien.

In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft  Auswirkungen und Chancen des Lean Managements für den Produktionsstandort Deutschland.

In Verbindung mit der begleitenden Fachausstellung bot das Cluster Forum eine hervorragende Möglichkeit, branchenübergreifend Kontakte zu knüpfen und Kooperationen für künftige Vorhaben anzustoßen. Aufgrund des großen Interesses ist für das Jahr 2009 ein weiteres Forum „Schlanker Materialfluss“ geplant.

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