

Nürnberg/München, 9. Oktober 2008 Schlanke Materialflüsse versprechen deutliche Effizienzsteigerungen in allen Branchen. Deshalb gewinnt Lean Production für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zunehmend an Bedeutung – nicht zuletzt für die KMU. Ausgangspunkt des Schlanken Materialflusses ist das zuerst in der Automobilindustrie erfolgreich eingeführte Toyota Produktionssystem. Die Integration dieser Methoden in bestehende operative Produktionssysteme und Firmenstrukturen ist allerdings eine herausfordernde logistische Aufgabe.
Vor diesem Hintergrund richteten die beiden von der Bayern Innovativ GmbH gemanagten Cluster Logistik und Automotive am 30. September 2008 im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung erstmals ein Cluster-Forum zum Themenbereich „Schlanker Materialfluss“ aus. Mit rund 220 Teilnehmern aus unterschiedlichsten Branchen wurde die Erwartung der Cluster-Manager an die
in Zusammenarbeit mit dem Fachbuchautor Philipp Dickmann konzipierte und mit Unterstützung der IHK für München und Oberbayern organisierte Veranstaltung deutlich übertroffen.
Zielsetzung der Lean Production ist das Auffinden und Eliminieren von ineffizienten Produktions-abläufen, von unnötigen Transportwegen, den Ursachen für vermeidbaren Ausschuss ebenso wie die Förderung noch nicht erschlossener Potenziale der Mitarbeiter. Für den Erfolg ist das Zusammenspiel der einzelnen Maßnahmen entscheidend. Nur dadurch kann eine optimale Auslastung von Maschinen und Personal, Teilen und Systemen erreicht werden. Im Idealfall ermöglicht dies eine Just-in-time- oder Just-in-sequence-Bereitstellung von Waren und Dienst-leistungen. Besonders der Trend zu zunehmender Individualisierung der Produkte erfordert schlanke Materialflüsse. Prinzipien eines schlanken Produktionssystems sind dabei die Optimierung des Wertstroms, des Fluss- und Pull-Prinzips sowie die Perfektionierung der Arbeitsabläufe.
Beim Cluster-Forum „Schlanker Materialfluss“ präsentierten Experten aus Forschung, Logistik und produzierender Industrie eindrucksvolle Erkenntnisse und Best Practice-Beispiele der Lean Philosophie, Voraussetzungen für flexible Produktion bis hin zu aktuellen Lösungsansätzen mit Kanban-Strategien und neuesten Softwaresystemen. Im Fokus des Cluster-Forums standen Erfahrungen der Synchronisierung mit vorhandenen EDV-Systemen, neue Konzepte der Fabrik-planung und des Wertstromdesigns, die Abschätzung noch zu erschließender Marktpotenziale, aber auch die Grenzen der einzelnen Methoden. Zu den namhaften Referenten gehörten unter anderem Philipp Dickmann, Geschäftsführender Gesellschafter der lepros GmbH und Herausgeber des Buches „Schlanker Materialfluss“ und Faruk Bilgin von der Webasto AG, die 2008 mit dem erstmalig vergebenen Logistikpreis des VDA ausgezeichnet wurde.
Prof. Christoph Maier von der FH Rosenheim berichtete über die Potenziale, die sich durch einen schlanken Informationsfluss erschließen lassen und über neue Technologien zur Realisierung
einer logistikgerechten Entwicklung von Produkten. „Schlanker Materialfluss wird in Zukunft
immer bedeutender für Effizienz und Flexibilität in der Produktion – Gründe sind die schwankende Nachfrage der Märkte, die zunehmende Individualisierung der Produkte, schnellere Innovations-zyklen und die erweiterte Wertschöpfungstiefe mit wachsender Anzahl an Produktionsschritten“, so der Wissenschaftler, der auch große Erfahrung in der Gründung von Unternehmen besitzt.
Prof. Nassauer, Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH, betonte in seiner Zusammenfassung der Plenumsvortragsreihe: „Im Mittelpunkt dieser Systeme steht dabei der Mitarbeiter – nicht als Kostenfaktor, sondern als „Effizienzsteigerer“ und damit als Basis für die Erweiterung von Aufträgen.“
In zwei parallelen Vortragsreihen wurden Themen wie die notwendige Standardisierung bei Logistikplanungen oder die Bedeutung der Datenqualität vertieft. Kersten Ellerbrock, CellFusion Inc., Silicon Valley/Kalifornien, stellte klar, dass Software für Lean-Anwendungen schlank gestaltet sein muss, um gegen optimierte manuelle Prozesse konkurrieren zu können.
Prof. Ulrich Müller-Steinfahrt, Institutsleiter des Instituts für angewandte Logistik (IAL) der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt diskutierte in der abschließenden Podiumsdiskussion
mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft über Auswirkungen und Chancen des Lean Managements für den Produktionsstandort Deutschland. Es bestand Einigkeit, dass der Produktionsstandort Deutschland von den Prinzipien des Lean Managements profitiert und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch Erhöhung von Effizienz und Flexibilität nachhaltig gestärkt werden kann.
Das Cluster-Forum „Schlanker Materialfluss“ bot in Verbindung mit der begleitenden Fachausstellung eine hervorragende Möglichkeit, Aspekte des „Lean Management“
kennenzulernen und branchenübergreifend Kontakte für Kooperationen und künftige
Projekte anzustoßen. Aufgrund des großen Interesses ist für das Jahr 2009 bereits
ein weiteres Forum zum Thema „Schlanker Materialfluss“ geplant.
|
Download |
|
Ansprechpartner für Pressefragen |
|
Fachlicher Ansprechpartner |