Workshop

Neue Chancen für die Photovoltaik in Spanien, Bulgarien und der Türkei

Nachbericht

Workshop „Chancen für die Photovoltaik in Spanien, Bulgarien und der Türkei"

  • Großes Interesse bayerischer Unternehmen
  • Beste natürliche Bedingungen in Bulgarien, Spanien und der Türkei
  • Umfassende Information ist Grundlage für Erfolg in internationalen Märkten

Im Rahmen des EU-Projekts „Eco-innovative cluster partnership for growth and internationalisation" (EcoCluP) fand am 10. Juni auf der Intersolar München ein Workshop zum Thema „Chancen für die Photovoltaik in Spanien, Bulgarien und der Türkei" statt. Rund 85 Teilnehmer aus Bayern und dem gesamten Bundesgebiet diskutierten die neuesten Entwicklungen, Erfahrungen sowie Chancen und Risiken für die Photovoltaikbranche in diesen drei Ländern.
Organisatoren waren der Cluster Energietechnik und Bayern Handwerk International.
Andreas Gfall, Geschäftsführer der Bayern Handwerk International, betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung der Photovoltaik und der Internationalisierung gerade auch für bayerische Handwerksbetriebe.
Jenny Winkler vom Cluster Energietechnik stellte im Anschluss die aktuelle Studie „Neue Märkte für die Photovoltaik" vor. Die Studie gibt länderspezifische Informationen zu Sonneneinstrahlung, Marktentwicklung, einheimischer Industrie und Forschung sowie zu Einspeisevergütungen und gesetzlichen Regelungen. Dadurch eignet sie sich hervorragend als Einstiegsinformation zu den fünf betrachteten Ländern und erspart interessierten Unternehmen erheblichen Rechercheaufwand.
Einen Überblick zur spanischen Förderlandschaft im Bereich Photovoltaik gaben die Rechtsanwälte Stefan Mayer und Antonio Jimenez Abraham von Monereo Mayer Marinello Abogados. Spanien war 2009 trotz des Einbruchs bei den Neuinstallationen mit einem Volumen von 5,6 Mrd. US-Dollar europäischer Marktführer im Bereich von PV-Anlagentransaktionen. Derzeit sind für den Photovoltaikbereich in Spanien zwei Tarifsysteme in Gebrauch - der „alte Tarif" für Anlagen mit Inbetriebnahme und Eintragung in das Register vor dem 28. September 2008, sowie der „neue Tarif" für Anlagen mit Inbetriebnahme nach diesem Termin. Für die Bestimmung der Tarifhöhe ist in Spanien der „angemessene" Gewinn im Verhältnis zu den Kosten des Geldes auf dem Kapitalmarkt ausschlaggebend. Dies bedeutet, dass zukünftige Anpassungen bei den Tarifen denkbar sind, soweit ein wirtschaftlich angemessener Gewinn bestehen bleibt. Rückwirkende Tarifänderungen werden dadurch jedoch nicht ermöglicht.
Der Präsident des 2009 gegründeten, bereits 66 Mitglieder zählenden Verbands der türkischen Solarindustrie, Levent Gülbahar, gab einen Überblick über die türkische Solarbranche. Besonders im Süden der Türkei sind die natürlichen Bedingungen für Photovoltaikanlagen exzellent.
Die Türkei ist derzeit im Energiebereich stark abhängig von Importen - diese Tatsache sowie der politische Druck durch den Klimawandel machen einen Systemwechsel erforderlich. Aufgrund des hohen Potenzials für Energie aus Photovoltaikanlagen (500 TWh/a bei einem Verbrauch von derzeit 197 TWh/a) und der bereits etablierten Industrie und Forschung vor Ort, spielt die Photovoltaik hier eine wichtige Rolle. Problematisch bleiben in der Türkei die gesetzlichen Rahmenbedingungen - nur eine sehr geringe Einspeisevergütung soll eingeführt werden. Evren Evcit von AnelEnerji ergänzte die Ausführungen zur Türkei.
Im letzten Vortrag analysierte Dr. Lothar Sowa, Projektmanager bei IBC Solar, vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen die Chancen und Risiken für bayerische Photovoltaik-Unternehmen auf dem bulgarischen Markt. In Bulgarien gilt seit einigen Jahren eine umfassende Klimagesetzgebung, die unter anderem auch eine Einspeisevergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien umfasst. Problematisch ist allerdings, dass die Einspeisevergütung jährlich neu ermittelt wird und im Zeitablauf sinken kann. Dadurch ist die Planungssicherheit für Investoren gering. Markteintrittsbarrieren und die noch geringe Attraktivität des dortigen PV-Marktes erschweren Aktivitäten in Bulgarien zusätzlich. Dennoch bietet Bulgarien aufgrund seiner geographischen Lage, der gesetzlichen Regelungen und dem fast nicht vorhandenen Brachenwettbewerb auch für bayerische Unternehmen gute Chancen.
Die hohe Teilnehmerzahl und die angeregte Diskussion zeigten, dass Auslandsmärkte für die bayerische Photovoltaik-Branche zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Cluster Energietechnik wird daher auch weiterhin Informationsveranstaltungen, Delegationsreisen und internationale Messeauftritte in unterschiedlichen Ländern organisieren. Hinweise auf besondere Interessen der Cluster-Unternehmen sind willkommen.
Weitere Informationen zur Studie „Neue Märkte für die Photovoltaik" finden Sie hier

 

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