Verglichen mit konventionellen Hochtemperaturwerkstoffen zeichnet sich Kohlenstofffaserverstärkter Kohlenstoff (CFC) durch seine außerordentliche mechanische Steifigkeit und Festigkeit, selbst bei extrem hohen Temperaturen über 1000°C, aus. Somit ermöglicht diese Werkstoffklasse völlig neue Hochtemperaturanwendungen. Vor diesem Hintergrund organisierte der Cluster Neue Werkstoffe in Kooperation mit der Abteilung Ceramic Composites des Carbon Composites e.V. am 24. November 2011 einen Cluster-Treff zum Thema "Industrielle Prozeßkette CFC (Kohlenstofffaserverstärkter Kohlenstoff)".
Gastgeber war die Schunk Kohlenstofftechnik GmbH. Das Unternehmen entwickelt und realisiert innovative Prozesse zur Herstellung von hochbelastbaren CFC-Strukturen und deckt die gesamte Wertschöpfungskette für die Bauteilherstellung aus diesen Materialien ab. Heinz-Werner Rinn, Geschäftsführer der Schunk Kohlenstofftechnik GmbH, konnte rund 40 Experten aus Bayern und dem Bundesgebiet am Unternehmenssitz in Heuchelheim begrüßen.
Die Vorträge befassten sich zunächst mit den Anforderungen an zukünftige Hochtemperaturmaterialien, beispielsweise im Ofenbau und gaben dann einen Überblick über die Potenziale von CFC sowie den Stand der Technik zur Entwicklung, Herstellung und industriellen Umsetzung von CFC-Bauteilen für Anwendungen wie der Photovoltaik.
Beim anschließenden Rundgang konnten die Teilnehmer die einzelnen Stufen der Prozeßkette in Augenschein nehmen - von der Auslegung und Konstruktion über die Herstellung von sogenannten Grünteilen aus faserverstärktem Kunststoff bis hin zur Infiltration, Carbonisierung und Nachbearbeitung.
„Der heutige Cluster-Treff markiert das Ende der offiziellen Netzwerkplattformen des Clusters Neue Werkstoffe in der ersten Förderphase.", führte Dr. Kord Pannkoke aus. „In den vergangenen fünf Jahren konnten wir in 90 Veranstaltungen rund 7500 Experten und Werkstoffinteressierte begrüßen. Diesen eingeschlagenen, erfolgreichen Weg wollen wir auch in der zweiten Förderphase fortsetzen."