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Nürnberg/München, 30. März 2011
Smart Grids ermöglichen die Kommunikation zwischen Stromerzeugern, Netzbetreibern und Stromverbrauchern. Diese aktiven Netze gewinnen besondere Bedeutung aufgrund der stark ansteigenden Einspeisung fluktuierend anfallender erneuerbarer Energie, z. B. aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Smart Grids sind aber auch wichtig, um den Stromfluss innerhalb der künftig stark verzweigten Verteilernetze optimal zu steuern. Als neuer Stromabnehmer mit vielfältigen Anforderungen ist die Elektromobilität zu erwarten. Die Deckung ihres Strombedarfs soll im Sinne einer emissionsfreien und nachhaltigen Mobilität primär aus erneuerbaren Energien gespeist werden.
Eine Prognose der Bundessregierung geht bereits im Jahr 2020 von 1 Mio. und im Jahr 2030 von 5 Mio. Elektrofahrzeugen auf deutschen Straßen aus. Dies erfordert den Ausbau einer entsprechenden Energie- und Ladeinfrastruktur. Smart Grids erlauben, die Ladephasen von E-Mobilen optimal zu steuern, also z. B. Lastspitzen zu vermeiden, ebenso wie Elektrofahrzeuge gegebenenfalls als Stromspeicher zu nutzen. Dies verlangt neue begleitende I&K-Technologien zur Steuerung der Netze und Smart Metering zur Kommunikation mit dem individuellen Verbraucher.
Elektrofahrzeuge sind eine wesentliche Säule einer zukünftigen nachhaltigen Mobilität. Zunächst werden sie besondere Bedeutung in den urbanen Räumen haben. Neben dem Individualverkehr in den Metropolen gilt der Blick daher auchder City-Logistik und entsprechenden Nutzfahrzeugen sowie die Anbindung
ländlicher Regionen an Ballungszentren.
Die Entwicklung von Elektrofahrzeugen erfordert zahlreiche neue technologische
Ansätze. Hierzu zählen kombinierte Antriebstechnologien, neue
Bordnetzarchitekturen, die erweiterte Anwendung der Leistungselektronik,
konsequenter Leichtbau, optimiertes Energiemanagement der einzelnen
Verbraucher, und eine besondere Berücksichtigung der IT-Möglichkeiten. Im
Mittelpunkt der technischen Herausforderungen stehen derzeit vor allem die
Erhöhung der Speicherfähigkeit von Batterien und die sichere Beherrschung von
Hochvolt- und Hochstromapplikationen. Die Elektromobilität ist ein bedeutendes
Zukunftsfeld. Deshalb gilt es, auch langfristige Perspektiven zu verfolgen.
Technologietransfer
Das weite Feld von Smart Grids und Elektromobilität bietet
nahezu unbegrenzte Anknüpfungspunkte für die Vernetzung von Kompetenzen
und für neue Kooperationen. Die Bayern Innovativ GmbH verfolgt hier vielfältige
Wege - unter anderem unterstützt sie den direkten Technologietransfer von der
Wissenschaft in die Wirtschaft; Beispiele sind neue technologische Entwicklungen
des DLR aus der Raumfahrt oder neue Ansätze der Technischen Universität
München im ConceptCar MUTE. Eine besondere Chance für den
Technologietransfer bietet auch die Einbindung des Handwerks, das umfangreiche
Erfahrung bei Wartung und Instandhaltung in der Elektrotechnik sowie der
Gestaltung der beruflichen Ausbildung besitzt.
Plattformen für „Open Innovation"
Bayern Innovativ bietet im multifunktionalen
Feld von Smart Grids und Elektromobilität mit ihrem einzigartigen Portfolio
thematisch fokussierter Kooperationsplattformen gezielte Anknüpfungspunkte für
Open Innovation. Zu nennen sind Kongresse wie „Zulieferer Innovativ" in
Ingolstadt, „Trends in der Motorentechnologie" in Passau, „eCarTec" an der Neuen
Messe München, das Symposium „Elektromobilität" an der ETH Zürich oder das
jährliche Symposium „Material Innovativ" mit seiner besonderen Ausrichtung auf
den Automobilsektor. Spezifische Kooperationsforen beleuchten unter anderem
aktuelle Entwicklungen in der Bordnetztechnologie oder spezielle
Leiterplattentechnologien für die Leistungselektronik. Auch auf dem Energiesektorbietet Bayern Innovativ ein ähnliches Portfolio an Kongressen, darunter Kongresse zur Zukunft der Stromversorgung bis hin zu technischen Weiterentwicklungen in der Photovoltaik.
Initiierung von Projekten
Aus der Koordination von Foren, Arbeitskreisen und Workshops ergeben sich zahlreiche Verbundprojekte. Diese werden bei unmittelbarer Marktrelevanz von den beteiligten Firmen meist in Eigenregie und auf vertraulicher Basis abgewickelt. Bei Projekten mit längerfristigem und vorwettbewerblichem Charakter bietet Bayern Innovativ als Partner „Haus der Forschung“ gezielte Navigation zu Fördermöglichkeiten auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.
Einen speziellen Workshop zur Elektromobilität mit der Diskussion sehr spezifischer Entwicklungsthemen organisiert Bayern Innovativ im Rahmen von Cluster Automotive am 31. März 2011 auf dem TU-Campus in Garching gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der Technischen Universität München für rund 70 Firmenvertreter.
Darüber hinaus ist Bayern Innovativ in einigen entscheidenden Projekten involviert. Vom Bayerischen Wirtschaftsministerium wurde sie mit dem Management des Leitprojektes „Elektromobilität verbindet Bayern“ beauftragt, im Rahmen der Cluster-Offensive koordiniert sie die Aktivitäten der 8 Cluster mit Relevanz für Elektromobilität. Die von Bayern Innovativ erstellte Online-Plattform „Elektromobilitätsatlas Bayern“ identifiziert relevante Unternehmen und Institute mit ihren Kompetenzprofilen. Zudem ist Bayern Innovativ in das EU-Projekt ENEVATE eingebunden.
Das erstmalige Symposium „Smart Grids & Elektromobilität" im SiemensForum München ist für Bayern Innovativ eine besondere Motivation. Die ausgebuchte Kooperationsplattform erfährt besondere Unterstützung von Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil, erstmals konnte das Haus Siemens als Partner gewonnen werden. Das Symposium „Smart Grids & Elektromobilität" bindet führende Automobil- und Nutzfahrzeughersteller, Netzbetreiber, Anbieter von Energietechnik und assoziierten Dienstleistungen, die Wissenschaft, das Handwerk sowie visionäre Architekten ein – so den erstmaligen Gewinner des Audi Urban Future Awards.
Dieses Symposium gibt einen weitreichenden und tiefgehenden Einblick in
zukünftige Entwicklungen und bietet außergewöhnliche Chancen für neuartige
Kooperationen. Gerade für dieses Zukunftsfeld gilt im Besonderen der Slogan von
Bayern Innovativ „Das Wissen von heute für Innovationen von morgen".
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