Nürnberg/Hof. Komfort steht bei der Entwicklung funktioneller Textilien für Outdoor, Gesundheit und Wellness an oberster Stelle. Der Kunde erwartet Tragekomfort in jeder Situation, aber auch eine perfekte Synthese von Funktion und Design. Er verlangt nach Produkten mit einem Höchstmaß an Performance.
Einen wesentlichen Beitrag leisten hierzu innovative Materialien und Technologien, wie neue Fasern, die Nanotechnologie oder Seamless-Techniken. Sie ermöglichen Textilien, die gleichzeitig eine optimale Thermoregulierung und Atmungsaktivität bieten, sich als wind- und wasserabwei-send sowie reißfest zeigen oder auch antimikrobielle Oberflächen besitzen.
Entsprechend leistungsfähige Funktionsbekleidung für höchste Anforderungen weist im
Outdoorsegment mit fast 50 Prozent den größten Umsatzanteil auf – mit weiter steigender Tendenz. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass bereits die Hälfte der Sportler älter als 45 Jahre ist. Sie stellen eine Kundengruppe mit einem Umsatzpotenzial im dreistelligen Millionenbereich dar. Für sie zählt nicht primär der niedrigste Preis. Vielmehr zeichnet sich diese Kundengruppe aus durch hohe Ansprüche und Offenheit für Innovationen und neue Trends.
Zwei aktuelle Trends im Sportbereich sind „Light and Fast“ und Kompressionsbekleidung.
Für die Entwicklung und Fertigung von Sportbekleidung werden verstärkt ergonomische Erkenntnisse berücksichtigt, um die körperliche Leistungsfähigkeit und die Regenerationsfähigkeit des Körpers positiv zu unterstützen. So ist bereits jeder dritte Teilnehmer bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii mit entsprechender Kompressionsbekleidung an den Start gegangen. Die Nachfrage nimmt auch unter den Freizeitsportlern stetig zu.
Darüber hinaus wurden Technologien entwickelt, die die unterschiedlichen Klimazonen des Körpers optimal berücksichtigen (Comfort Body Mapping). Mit einem Materialmix, neuesten Laminaten und Konstruktionstechnologien werden Atmungsaktivtität, Wärmeregulierung
und Passgenauigkeit gezielt an Körperstellen angepasst, um den Kundenwunsch nach maximalem Tragekomfort zu erfüllen. Des Weiteren wünscht der Kunde zunehmend, dass die Bekleidung multifunktional und universell eingesetzt werden kann, von der Piste auf die Straße und zurück – hier heißt das Schlagwort „Urban Outdoor“.
Zusätzlich zu Funktion und Tragekomfort setzen die Hersteller auch vermehrt auf Sicherheit und Nachhaltigkeit. Sie investieren verstärkt in die Entwicklung neuer Produkte, die sowohl den Sicherheitsaspekt als auch den Lifestyleanspruch des Trägers berücksichtigen, wie stylische Helme oder Jacken mit integrierten Protektoren. Zudem erfahren recyclebare und natürliche Textilien/Materialien wie Merinowolle und Seide eine Renaissance – sie werden unter anderem für funktionelle Sportunterwäsche eingesetzt.
Hightech-Textilien finden aber nicht nur in Funktionsbekleidung, sondern auch in verschiedenen Sportgeräten Anwendung. Insbesondere bei Gleitschirmen ist die Materialentwicklung entscheidend für die Leistungsfähigkeit und Sicherheit. Spezielle Membrankonstruktionen aus metallisiertem Gewebe weisen sehr geringes Gewicht, aber auch eine sehr hohe UV- und Reißbeständigkeit auf.
Neben dem Outdoor- und Sportsegment erobern funktionelle Textilien auch neue Anwendungs-gebiete in den Bereichen Gesundheit und Wellness.
Diese Produktsparten befinden sich im Aufwärtstrend. Die Ausgaben für Gesundheit beliefen sich im Jahr 2006 allein in Deutschland auf 245 Milliarden Euro, dies entspricht 10,6 Prozent des BIP. In den Ländern der EU-25 betragen sie durchschnittlich pro Jahr circa acht Prozent des BIP. Infolge des demographischen Wandels ist weiterhin mit einem kontinuierlichen Anstieg der Gesundheitsausgaben zu rechnen.
Neueste Technologien ermöglichen ein breites Spektrum an innovativen Produkten mit denen die Textilbranche von dieser Entwicklung profitieren und Umsatzchancen realisieren kann. Als zukunftsträchtig gelten unter anderem biofunktionale Textilien mit kosmetisch oder therapeutisch wirksamen Substanzen, Textilien mit integrierter Elektronik zur Überwachung von Körperfunktionen und Textilien für Krankenhaus und Pflege.
Jedoch werden Textilien im Gesundheitsbereich nicht nur auf der Haut, sondern auch im Menschen eingesetzt, zum Beispiel als Gefäßprothesen, Herniennetze, Meniskusimplantate und künstliche Hornhaut oder auch als neuartige Zellträger und Formgeber für die Regeneration von Geweben und Organen in der Regenerationsmedizin.
Für die Entwicklung und Fertigung weiterer innovativer textiler Produkte ist das Zusammenspiel vielfältiger Technologien und das Erkennen von Kundenwünschen und Anforderungen in den jeweiligen Produktsegmenten Outdoor und Sport bis hin zu Gesundheit und Wellness von Bedeutung. Chancen eröffnen sich vor allem durch den Austausch von Erfahrungen und neuesten Ergebnissen zwischen Experten der Materialentwicklung und der Anwenderbranchen.
Dies ist die Zielsetzung des Symposiums „Funktionelle Textilien – Outdoor, Gesundheit, Wellness“ in der Hofer Freiheitshalle, ausgerichtet von der Bayern Innovativ GmbH im Rahmen von Netzwerk Textile Innovation und Cluster Neue Werkstoffe sowie in enger Zusammenarbeit mit dem Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V.
Die Eröffnungsrede wird Bayerns Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel übernehmen.
Die oben genannten Entwicklungen, Trends und Potenziale stehen im Fokus des Symposiums und werden von namhaften Unternehmen und Instituten vorgestellt wie Bogner, CEP I compression sportswear der medi Bayreuth, Falke, Trevira, W.L. Gore & Associates, Hohenstein Institute oder ITV Denkendorf.
In der begleitenden Fachausstellung präsentieren 20 Unternehmen und Institute neue Entwicklungen und Konzepte mit Bezug zu den Vortragsthemen.
An die 280 Firmen und Institute aus 5 Ländern nutzen das Symposium zum Transfer von Ideen und Erfahrungen sowie zur Anbahnung neuer Kooperationen für die nächste Generation innovativer, textiler Produkte und Verfahren.
Mit dabei sind zum Beispiel: Bauerfeind, Blücher, Clariant, Concord, Corporate Fabrics, Delcotex, Edmund Lutz, Eterna, Freudenberg, Ideal Automotive, Karl Mayer, KUNERT, Lindauer Dornier,
Löffler, LOWA, medi Bayreuth, M. Zellner, Ofa Bamberg, Parat Automotive, s.Oliver, Salesianer Miettex, Schiesser, Schoeller, STFI, TITK, TU Dresden, TVU Textilveredlungsunion, TWD Fibres, Universität Bayreuth, Universität Zürich, UVEX, VAUDE.
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