Symposium mit begleitender Fachausstellung

Textil Innovativ 2010

Statements Pressegespräch

Textiler Gesundheitsschutz – Hintergründe, Fakten und Visionen

Seit es Textilien gibt, werden diese auch zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit eingesetzt. Dies begann mit der Erfindung des „ersten Textils" im oberen Paläolithikum vor ca. 34.000 Jahren und hat sich bis heute in der hochtechnisierten Welt mit ihren unterschiedlichsten Anforderungen nicht geändert. Im Gegenteil: Die Gesundheitswirtschaft ist bereits heute einer der größten Teilmärkte der deutschen Volkswirtschaft. 234. Mrd. Euro werden insgesamt für Gesundheit ausgegeben, zunehmend davon auch für die Gruppe der sogenannten Medizintextilien, dass sind Textilien mit gesundheitlicher Wirkung oder Schutz, die neue Funktionalitäten bieten in Therapie, Diagnose oder Prävention. Die Nachfrage an Medizintextilien steigt stetig an. Immer mehr Krankheitsbilder können mit Hilfe von Medizintextilien behandelt oder geheilt werden, zudem werden die Menschen wesentlich älter, mit entsprechenden altersbedingten Gebrechen und bedürfen daher einer besonderen Pflege. Hinzu kommen eine Vielzahl an Zivilisationskrankheiten sowie Krankheiten aufgrund geänderter Umwelteinflüsse.

Wirtschaftlich betrachtet sind dies ideale Wachstumsvoraussetzungen für Textilien mit Gesundheitsschutz. Dies drückt sich auch in harten Zahlen aus: Das geschätzte Marktvolumen für technische Textilien umfasste im Jahr 2004 insgesamt 35,5 Mrd. Euro und wird vermutlich im Jahr 2010 ein Volumen von 96 Mrd. Euro erreichen. Hiervon macht die Gruppe der Medizintextilien etwa 9% aus. Zurzeit werden die Wachstumsraten für Medizintextilien werden mit 5-10% prognostiziert.

Triebkräfte dieses Wachstums ist zum einen die hohe Innovationskraft der deutschen Textilindustrie, doch sicherlich trägt auch der derzeitige Wandel im deutschen Gesundheitswesen und die permanenten Änderungen in der Gesellschaft, Technologie, Ökonomie und Politik dazu bei. Die Textilforschung und -industrie haben dies gemeinsam als Chance begriffen und entwickeln daher neue Produkte oder Entwicklungsstrategien. Aus Sicht eines Forschers- und Produktentwicklers für Medizintextilien gilt es dabei zu berücksichtigen, dass sich sämtliche Medizinprodukte frühzeitig an der Anwendung und dem medizinischem Nutzen orientieren müssen. Der demografische Wandel in Richtung eines höheren Durchschnittalters wird dazu führen, das Gesundheitswesen so zu optimieren, dass bessere Leistungen bei beherrschbaren Kosten erzielt werden. Im Gesundheitswesen zählen nun mal keine schönen Ideen, sondern harte ökonomische Effizienzkriterien. Der Gesundheitsmarkt benötigt zunehmend effektivere Produkte. Vor diesem Hintergrund wird an den Hohenstein Instituten zusammen mit Industriepartnern an einer Vielzahl funktioneller Medizintextilien geforscht. Im Verbund mit Biotechnologie, Medizintechnik und Pharmakologie können Medizintextilien einen entscheidenden Beitrag in einem optimierten Gesundheitssystem leisten. Eindeutige wirtschaftliche Erfolgpotenziale liegen in den Gebieten:

  • Beim therapeutischen / chirurgischen Fortschritt
  • der Einsparung von Arzneimitteln
  • bei kürzeren Krankheitszeiten und geringeren Kosten
  • sowie den Themen Lebensqualität und Hygiene (weniger Infektionen),
  • Gesundheit im Alter und
  • Gesundheitsmonitoring für Risikogruppen

Der Vortrag wird sich mit den sechs genannten Gebieten näher auseinandersetzen. Hierzu werden anhand aktueller Forschungsprojekte an den Hohenstein Instituten die Hintergründe für die erfolgreiche Entwicklung moderner Medizintextilien dargelegt. Wirtschaftlich interessante Sektoren für Medizintextilien liegen insbesondere in den klinischen Anwendungen, das heißt in der Allergologie, der Chirurgie, der modernen Wundbehandlung, der Prävention, im Bereich der Dermatologie, der Diagnostik von Krankheits- oder Gesundheitszuständen sowie in der Kompressionstherapie. Beispielhaft werden aktuelle Entwicklungen vorgestellt.

Weiterhin werden die Gesundheitsaspekte bei Funktionstextilien im Konsumenten-Bereich kurz aufgriffen, bei denen die mittlerweile klassischen Textilfunktionen zur Anwendung kommen: Hierzu zählen Eigenschaften wie optimierte Thermoregulation, Atmungsaktivität, Wasser- und winddichte Eigenschaften, Schmutzabweisung, Flammschutz,- oder abwehr, antimikrobielle Eigenschaften, UV-Schutz, Barriereeigenschaften, Elektromagnetische Abschirmung, Chemikalienschutz, Partikeldichtheit und vieles weitere mehr. Jede der genannten Eigenschaften tragen sicherlich in der modernen Welt zum Gesundheitsschutz bei, sei es bei der Berufsbekleidung, oder im Sport- und Outdoorbereich.

 

Pressestatement - Prof. Dr. Höfer Pressestatement - Prof. Dr. Höfer
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