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Energieeffizienz und Reduktion von CO2-Emissionen am Beispiel der Papierfabrik UPM in Schongau
UPM ist eines der weltweit führenden Forstindustrieunternehmen. Es beschäftigt heute 23.000 Mitarbeiter, betreibt Produktionsstätten in 14 Ländern, hat einen Umsatz von 7,7 Mrd. € und besteht aus den drei Sparten, Energy & Pulp, Paper und Engineered Materials.
Am 29. September 2010 organisierte der Cluster Energietechnik einen Cluster-Treff im UPM Werk Schongau. Mehrere Vorträge und eine Werksführung gaben einen interessanten Einblick in die energieeffiziente und CO2-arme Papierherstellung des Werks.
Auf drei Papiermaschinen werden ca. 750.000 Tonnen Rollenpapier pro Jahr produziert. Altpapier ist einer der wesentlichen Materialrohstoffe. Durch die Wiederverwertung von Altpapier bleibt den kommunalen Deponien jährlich ein Abfallvolumen von mehr als zwei Millionen Kubikmeter erspart.
Als weiterer Rohstoff wird Sägewerksrestholz verwendet, das zu TMP (thermomechanisch erzeugtem Holzstoff) verarbeitet wird, mit Kaolin beziehungsweise PCC (präzipitiertes Calciumcarbonat) als Füllstoff.
Der gesamte Prozessdampfbedarf und knapp die Hälfte des Strombedarfs werden in zwei eigenen Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung und durch ein Wasserkraftwerk erzeugt. Der Brennstoff Kohle wurde schon Anfang der 70er Jahre, 10 Jahre später dann auch das Öl, durch Gas und biogene Festbrennstoffe ersetzt.
Die Energieeffizienz hat sich in den letzten 10 Jahren um 20 Prozent erhöht. Brauchte man im Jahr 2000 ca. 1900 kWh um eine Tonne Papier herzustellen, so genügten 2009 knapp 1500 kWh. Dies wurde im Wesentlichen durch die ständige Optimierung der Produktionsprozesse erreicht, mit der auch die Reduktion des Wasserverbrauchs und Verringerung des Deponieabfallaufkommens einher ging.
Lag der Wert der CO2-Emission im Werk Schongau in den 60er Jahren noch bei über drei Tonnen pro Tonne erzeugtem Papier, nähert er sich jetzt asymptotisch einem Wert von einer halben Tonne an. Neben der Substitution von Kohle und Gas als Brennstoff, reduzierte beispielsweise auch die Nutzung von CO2 im Rauchgas zur Herstellung von PCC, die Emissionen um 27.000 t/a
Entscheidenden Einfluss auf die Wettbewerbssituation werden die Entwicklung der Energiepreise, die Regelungen für die Ökosteuer energieintensiver Betriebe, sowie der Emissionshandel haben. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, will UPM in neue Anlagentechnik investieren und denkt über die energetische Nutzung eigener Reststoffe und externer Biomasse nach. Erdgas soll als fossiler Regelbrennstoff einsetzt, und die Diversifizierung der Anlagen und Brennstoffe vorangetrieben werden.
In der lebhaften, nach den Vorträgen folgenden Diskussion, gab am meisten zu bedenken, dass im Rahmen der Minuten-Reserve die Leistung der Lechwasser-Turbinen reduziert werden muss, damit (subventionierter) Strom aus Windenergie ins Netzt eingespeist werden kann.