10. BAIKA-Jahreskongress

Zulieferer Innovativ 2008

02. Juli 2008, Audi Forum Ingolstadt

Bericht

Ein voll besetztes Audi Forum, eine restlos ausgebuchte Ausstellung mit 180 Ausstellern, subtropische Temperaturen – auch der 10. Jahreskongress  „Zulieferer Innovativ 2008” war wieder ein heißer Treffpunkt der nationalen und internationalen Automobilbranche.
Konzipiert und ausgerichtet wurde diese Plattform im Rahmen von Netzwerk BAIKA und Cluster Automotive mit umfassender Unterstützung durch das Bayerische Staatsministerium für
Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, sowie mit den langjährigen Partnern VDA Frankfurt und der IFG Ingolstadt, vertreten durch OB Dr. Alfred Lehmann.

„Der Automobilmarkt wird weiter wachsen, sowohl volumenmäßig als auch in der Wertschöpfung, die zu rund 70 Prozent von den Zulieferern erbracht wird. Diese Perspektive bietet weiterhin
große Chancen für innovative Unternehmen“, so Prof. Nassauer in seiner Einführung.
Der Kongress spannte den Bogen von der Motoren- und Antriebstechnologie als einem zentralen Entwicklungsfeld der Automobilindustrie, über Innovationsstrategien für die zunehmende
Diversifizierung im globalen Markt bis hin zu Impulsen aus anderen Branchen und Lebenswelten. Berücksichtigt wurden dabei auch Anregungen aus dem Kongress TOMORROW+.

Wirtschaftsministerin Emilia Müller hob in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung der Branche für Bayerns Wirtschaft hervor. Bezüglich der aktuellen CO2-Debatte sprach sie sich für eine
umfassende Anerkennung von Ökoinnovationen aus. Ebenso sei Verhältnismäßigkeit
bei Emissionsüberschreitung und Flexibilität bei der Einführung neuer Regelungen angebracht, die
auch Entwicklungszyklen in der Automobilindustrie gerecht werden. Premiumhersteller sehen neben der CO2-Problematik steigende Rohstoffpreise und die Entwicklung der Währungskurse
als besondere Herausforderungen.

„Um sich langfristig international am Markt behaupten zu können, sind deshalb Innovationen in allen
Bereichen unerlässlich“, betonte Rupert Husterer, Leiter Projektsteuerung Einkauf und Serieneinsatzvorbereitung, AUDI AG. Ein Beispiel sei der Audi R10 TDI, das bisher einzige Dieselfahrzeug, das das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewonnen hat. Dieser Hochleistungsdieselmotor wurde weiterentwickelt und fuhr 2008 erstmals mit
Biokraftstoff der 2. Generation.

„Höhere Effizienz und alternative Antriebe sind auch für amerikanische OEMs eines der Top-Themen. Hier können deutsche Zulieferer mit ihrem Know-how neue Geschäftsfelder erschließen“,
so Gerry Fedchun, Präsident des Kanadischen Zuliefererverbandes APMA in Toronto. Gerade der
Dieseltechnologie wird besonderes Potenzial zugeschrieben; jedoch sei deren Image in Nordamerika noch weiter zu verbessern.

Bei der Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren wird der Einsatz erneuerbarer Energien an Bedeutung gewinnen. Prof. Dr. Jörg Wellnitz von der FH Ingolstadt präsentierte „Formula H“,
ein Kooperationsprojekt mit dem Royal Melbourne Institute of Technology. Ziel ist ein Rennfahrzeug mit zahlreichen technischen Finessen und einem mit Wasserstoff betriebenen Verbrennungsmotor.
Diese Neuentwicklung wird im November 2008 in Melbourne vorgestellt und zusammen mit Bayern
Innovativ auch auf der IAA 2009 in Frankfurt zu sehen sein.

Jürgen Jaworski, Direktor bei 3M Deutschland unterstrich die Bedeutung gelebter Innovationskultur, denn Entwicklungszyklen in der Automobilbranche werden zunehmend kürzer.
Deshalb sei es auch für Zulieferer erforderlich, frühzeitig die „Voice of Customer“ zu berücksichtigen. Dies erhöhe die Akzeptanz und sichere den Markterfolg neuer Produkte. In innovationsstarken Unternehmen wie 3M laufe die Ideenfindung für neue Produkte
auf Basis klarer Technologieplattformen ab, die mit immer neuen Anwendungsmöglichkeiten in Bezug gebracht werden – ein permanenter Prozess mit hoher Komplexität. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist eine aktiv gelebte Innovationskultur, mit der sich Mitarbeiter schnell und flexibel auf
neue Marktanforderungen einstellen.

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